Betreibergesellschaft der Brandenburger Chipfabrik wird liquidiert

Ganz zu Ende ist die unrühmliche Geschichte um die ehemals in Frankfurt (Oder) geplante Chipfabrik von Communicant noch nicht.

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Von
  • Jürgen Kuri

Ganz zu Ende ist die unrühmliche Geschichte noch nicht: Die Betreibergesellschaft der ehemals geplanten Chipfabrik Communicant in Frankfurt (Oder) soll innerhalb eines Jahres aufgelöst werden. Der dafür notwendige Gesellschafterbeschluss sei auf der letzten Hauptversammlung einstimmig gefasst worden, sagte ein Sprecher des Brandenburger Wirtschaftsministeriums laut einem dpa-Bericht. Der Sprecher bestätigte die Angaben eines Artikels der Märkischen Oderzeitung. "Wir begrüßen, dass der Beschluss einvernehmlich gefasst wurde." Seit dem Scheitern des Chipfabrik-Projekts vor knapp zwei Jahren werde die Betreibergesellschaft Communicant schrittweise liquidiert und ihre Aufgaben zurückgefahren.

Die Nutzung der leeren Fabrikhalle am Rande der Oderstadt ist weiter unklar. "Die Vermarktung war und bleibt wichtigste Aufgabe des Communicant-Vorstandes", sagte der Ministeriumssprecher. Dem Zeitungsbericht zufolge sollen sich die laufenden Kosten für das Gebäude auf monatlich etwa 25.000 Euro belaufen. Wie es weiter heißt, schließen Unternehmensberater nicht aus, dass Grundstück und Immobilie auch symbolisch für einen Euro an die Stadt Frankfurt (Oder) verkauft werden könnten. "Für ebenso wahrscheinlich halten sie jedoch auch einen Abriss der Halle."

Die Chipfabrik war im November 2003 an Finanzierungsfragen gescheitert. Das 1,3 Milliarden Euro teure Projekt sollte nach den ursprünglichen Plänen eigentlich einmal 1.300 Arbeitsplätze bieten und mit Verfahren für Silizium-Germanium-Kohlenstoff-Strukturen (SiGe:C) arbeiten. Die entsprechenden Techniken wurden vom Institut für Halbleiterphysik (IHP) in Frankfurt (Oder) in Zusammenarbeit mit Motorola entwickelt. Hergestellt werden sollten in der Foundry SiGe:C-BiCMOS-Halbleiter in einem 0,18-µm-Prozess für Kommunikationsanwendungen.

Siehe dazu auch: (jk)