Organische Solarzellen mit besserer Energieausbeute

US-Forscher haben eine niedermolekulare Verbindung entwickelt, die flexible, organische Solarzellen mit einem Wirkungsgrad von bis zu 9 Prozent ermöglicht.

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Die Chemiker Guillermo Bazan und Alan Heeger von der University of California in Santa Barbara haben eine neuartige niedermolekulare Verbindung entwickelt, die organische Solarzellen erheblich leistungsfähiger machen soll, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Bereits der Prototyp kommt auf einen Wirkungsgrad von 6,7 Prozent. Bazan rechnet damit, ihn auf 9 Prozent steigern zu können. Damit würden die Zellen mehr Licht in Strom umwandeln als bereits auf dem Markt befindliche Produkte wie "Power Plastic" von Konarka, dessen Spitzenwert derzeit bei 8,3 Prozent liegt.

Obwohl ihr Wirkungsgrad um etwa ein Drittel niedriger ist als der von herkömmlichen Siliziumzellen, haben organische Solarzellen einen großen Vorteil: Die Moleküle, aus denen ihre lichtsammelnde Schicht besteht, lassen sich in flüssiger Form kostengünstig auch auf flexible Trägerfolien aufdrucken. Damit werden Solarzellen möglich, die leicht, biegsam und vielfältig einsetzbar sind.

Doch selbst wenn Bazan und Heeger bei dem neuen Material ein Durchbruch gelungen ist, dürften es organische Solarzellen auf dem Markt schwer haben, wenn der Preis von Siliziumzellen weiter fällt. "Ihre Performance und Lebensdauer können noch nicht mithalten", sagt Yang Yang, Materialwissenschaftler an der University of California in Los Angeles. Yang setzt mit seiner Firma Solarmer in erster Linie auf Polymer-Zellen, testet im Labor allerdings auch Small Molecules.

Die Arbeit von Bazan und Heeger zeige jedoch das Potenzial dieser Materialklasse, sagt Yang, der ihr einen Wirkungsgrad von 15 Prozent zutraut – jedenfalls in Laborprototypen. Auf Spekulationen über Erfolgsaussichten für Solarzellen aus Small Molecules will Heeger sich noch nicht einlassen. "Wir sollten sie jetzt aber ernst nehmen", bekräftigt er.

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(bsc)