Ricoh-Studie: Ein Drittel (!) der IT-Firmen in Europa sieht für sich schwarz

Nach einer neuen, von Ricoh gesponserten, Studie befürchtet ein Drittel aller IT-Firmen in Europa, das Jahr 2020 nicht mehr zu erleben. Das ist zunächst einmal eine schlechte Nachricht. Die gute: Es sind noch acht Jahre hin und man kann etwas tun. Ricoh weiß auch was. Raten Sie mal.

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Von
  • Damian Sicking

Ricoh-Europachef David Mills

(Bild: Ricoh)

Lieber Ricoh-Europachef David Mills,

Sie haben gerade eine von Ricoh gesponserte Studie über die Auswirkungen der technologischen Entwicklung auf die Unternehmen in Europa vorgestellt. Die Ergebnisse sind interessant. Danach glauben nämlich 37 Prozent der im Rahmen der Studie befragten Wirtschaftsführer aus Europa, dass ihr Unternehmen nicht in der Lage sein wird, mit den technologischen Änderungen der kommenden Jahre Schritt zu halten und infolgedessen eine Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit erfahren wird. Der Hammer aber ist folgende Aussage: Ein Drittel der befragten Manager aus IT-Unternehmen ist, so die Studie, der Meinung, dass ihr Unternehmen bis zum Jahr 2020 ganz untergehen wird. Jungejunge, das ist ja mal eine negative Grundhaltung! Ausgerechnet die Technologiefirmen haben einen Riesenbammel vor der Technologie. Hätte ich gar nicht erwartet von den Managern, bei denen der Optimismus doch eigentlich schon im Erbgut verankert ist und für die ein Glas grundsätzlich immer halbvoll und niemals halbleer ist. Meine spontane Reaktion auf dieses Studienresultat war denn auch: "Das kann nicht sein." Aber wenn Sie es sagen, lieber Herr Mills, muss es ja wohl stimmen.

Doch vielleicht ist es ja nicht ganz so schlimm und dramatisch. Sie schreiben ja selbst in der Headline der Presseinfo: "Unternehmen, die mit den Auswirkungen technologischer Veränderungen nicht Schritt halten können, werden bis 2020 möglicherweise verschwunden sein." Betonung auf "möglicherweise". Mit anderen Worten: Vielleicht beißen sie bis dahin ins Gras, vielleicht aber auch nicht. Man wird sehen. Wer kann das heute schon sagen?

Lieber Herr Mills, ich war ja wirklich gespannt, wie Sie den Bogen kriegen von den Studienergebnissen zu den Produkten von Ricoh. Denn das ist ja üblicherweise der Sinn der Sache: Man skizziert eine massive Bedrohung ("DU WIRST STERBEN!") und reicht anschließend den verschreckten Unternehmen seine hilfreiche und rettende Hand. Ihre bereits genannte Presseinfo fällt in dieser Hinsicht allerdings aus dem Rahmen und läßt uns ein wenig verwirrt zurück. Denn statt klar zu sagen "Wenn Sie überleben wollen, sprechen Sie mit uns", geben Sie lediglich ein paar verschwurbelte und weitgehend unverständliche Sätze von sich, die auch im englischen Original nicht besser klingen. Ich zitiere mal: "Führende Kräfte aus der Wirtschaft", sagen Sie da, "müssen sich die folgende Frage stellen: Sind die informationsrelevanten Infrastrukturen unseres Unternehmens zukunftsfähig? Ein Unternehmen, das versteht, wie geschäftskritische Daten innerhalb des gesamten Unternehmens zusammenhängen, kann seine Prozesse so umstrukturieren, dass der Wissensaustausch zwischen Angestellten maximiert und auf effektive Weise auf die Kundenbedürfnisse eingegangen werden kann." Lieber Herr Mills, ich versuche gerade, mir ein Meeting eines typischen deutschen IT-Händlers oder Systemhauses vorzustellen, indem sich der Chef mit ernster Miene vor seine Mannschaft stellt und sagt: "Sind die informationsrelevanten Infrastrukturen unseres Unternehmens zukunftsfähig? Wir müssen wissen, wie die geschäftskritischen Daten innerhalb des gesamten Unternehmens zusammenhängen, und darauf aufbauend unsere Prozesse so umstrukturieren, dass der Wissensaustausch zwischen Angestellten maximiert und auf effektive Weise auf die Kundenbedürfnisse eingegangen werden kann." So, und jetzt Kärtchen mit Vorschlägen bitte an die Metaplanwand anheften.

Nein, lieber Herr Mills, so kann das nicht funktionieren. Wenn Sie gesagt hätten: "Liebe Leute da draußen in den Firmen, wenn Sie das Jahr 2020 noch erleben wollen, dann kaufen Sie die Produkte von Ricoh", dann wüsste jeder, was er zu tun hätte. Das wäre eine klare Ansage. Und geben Sie es zu, lieber Herr Mills, genau das wollten Sie doch auch sagen. Warum tun Sie es dann nicht?! Wortfindungsschwierigkeiten?

Auf der deutschen Ricoh-Homepage habe ich dann doch noch die Antwort auf meine Frage von oben gefunden, wie man den Bogen bekommt von dem erschreckenden Zukunftsszenario zu den Produkten von Ricoh. Ich sage nur: Ricoh Process Efficiency Index! Das ist mal eine interessante Lektüre. Ich zitiere nur einen Satz (der aber hat es in sich): "Der Ricoh Process Efficiency Index zeigt, dass den Unternehmen Europas aufgrund ihres unwirtschaftlichen, häufig noch manuell gestalteten Dokumentenmanagements derzeit potenzielle Gewinne in Höhe von 46 Milliarden entgehen." Dann steht da auch noch etwas zu dem Verlust der Wettbewerbsfähigkeit und anderer schrecklicher Dinge, die ebenfalls direkt auf ein "veraltetes Dokumentenmanagement" zurückzuführen sind. Wie gut, dass es Firmen wie Ricoh gibt, die einem helfen, aus der Steinzeit der Dokumentenverarbeitung in die Moderne hinüberzuwechseln und somit dem Schicksal der Dinosaurier zu entgehen. Sehen Sie, Herr Mills, es geht doch!

Lieber Herr Mills, ich fasse zusammen: Die Zukunft ist schlimm und gefährlich. Möglicherweise wird man sie nicht mehr erleben. Aber es gibt einen Ausweg: Ricoh! Oder anders herum: Firmen, die nicht die großartigen Produkte von Ricoh einsetzen, werden das Jahr 2020 nicht mehr erleben. Also möglicherweise. Vielleicht. Vielleicht aber auch doch. Man weiß es nicht. Aber wollen Sie es drauf ankommen lassen?

Beste Grüße!

Damian Sicking

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