Neuartiges Reparaturverfahren für Offshore-Anlagen

Der australische Meerestechnikanbieter Neptune hat einen Schutzkasten entwickelt, mit dem man unter Wasser trocken schweißen kann.

vorlesen Druckansicht 11 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Egal ob Windkraft oder Öl und Gas: Immer mehr Anlagen zur Energieversorgung werden offshore, also auf hoher See, installiert. Beim Aufbau und der Reparatur müssen die dem Meerwasser und der salzreichen Gischt ausgesetzten Stahlteile gut verschweißt werden. Der Meerestechnikanbieter Neptune aus dem australischen Perth hat nun ein Verfahren entwickelt, das Schweißarbeiten auch unter Wasser erlauben soll – und zwar in einer Qualität, die dem Trockenschweißen gleichkommt, berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 12/11 (seit dem 24. November am Kiosk oder online bestellbar).

Die Technik mit dem Namen Nepsys nutzt einen Schutzkasten, der um das Schweißgut angebracht wird. Dieser ist nach außen hin völlig dicht, nach Installation lässt sich das Wasser durch das Einleiten von Argon entfernen. Diese Atmosphäre bietet gleichzeitig eine optimale Temperaturumgebung für die Schweißarbeit: Die entstehende Naht kühlt gleichmäßig aus und wird so nicht wieder brüchig. Der Schweißer befindet sich außerhalb des Schutzkastens im Taucheranzug. Die Schweißelektroden sind durch Handschuhe greifbar, sogenannte Schweißsocken. Da der Schweißer sich frei bewegen kann, ist das Verfahren auch sicherer: Im Notfall kann die Fachkraft schnell auftauchen. Die gesamte Schweißarbeit findet so unter kontrollierten Umweltbedingungen statt.

Qualitätsprobleme, wie sie bei nassem Unterwasserschweißen häufiger auftreten, soll es mit dem Verfahren nicht mehr geben; auch muss das Schweißgut nicht mehr aufwändig aus dem Meer geholt werden, was die wohl komplizierteste Alternative wäre. "Statt die Arbeit in eine trockene Umgebung zu verfrachten, bringen wir die trockene Umgebung an unsere Arbeitsstelle", wirbt das Unternehmen. Neptune hat sich seine Technik bereits vom Germanischen Lloyd zertifizieren lassen. Der überprüft auch die Qualifikation der Mannschaften, die das Unternehmen vor Ort hat.

Mehr zum Thema in Technology Review online:

(bsc)