Red Hat Enterprise Linux 4 zum Ausprobieren

Red Hat bietet vorübergehend eine 30-Tage Test-Version von Red Hat Enterprise Linux 4 zum kostenlosen Download an. Unterdessen sind die ersten Distributionen erhältlich, die auf den Open-Source-Bestandteilen der Red-Hat-Distributionen aufbauen.

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Von
  • Thorsten Leemhuis

Red Hat bietet vorübergehend eine 30-Tage Test-Version des Mitte Februar vorgestellten Red Hat Enterprise Linux 4 (RHEL4) zum kostenlosen Download an. Alle vier Versionen Advanced Server (AS), Enterprise Server (ES), Workstation (WS) und Desktop für die unterstützten Architekturen können nach einer Registrierung heruntergeladen werden. Zudem erhält man für den Testzeitraum Zugriff auf alle Updates und die Red-Hat-Knowledgebase.

Unterdessen stehen die ersten kostenlosen Nachbauten von RHEL4 zur Verfügung: Die Firma Lineox hat ihr Enterprise Linux 4.0 bereits vorgestellt, CentOS 4.0, eine Distribution des Community-Projekts cAos Foundation, hat einen Release Candidate (RC) veröffentlicht. Die Freigabe der endgültigen Version wird in Kürze erwartet.

Beide Distributionen basieren komplett auf den Source-RPM-Paketen der Open-Source-Bestandteile von RHEL4. Diese muss Red Hat bereitstellen, um die Bedingungen der GPL-Lizenz einzuhalten, unter der viele Open-Source-Bestandteile von RHEL4 lizenziert sind. Beide Distributionen versprechen Binärkompatibilität zu den Red-Hat-Distributionen. Die in RHEL4 enthaltene kommerzielle Software fehlt bei den Nachbauten jedoch. Um Updates kümmern sich die beiden Distributionen ebenfalls, CentOS gibt an, alle von Red Hat freigegebenen Sicherheitsupdates in der Regel kurz nach deren Freigabe auch für CentOS zu veröffentlichen.

Alle von Red Hat geschützten Markennamen und nicht unter Open-Source-Lizenzen stehenden Teile von RHEL4 müssen jedoch in solchen Nachbauten entfernt werden. Vor kurzem hatte Red Hat sich an das CentOS-Team gewandt und die Verwendung von Red-Hat-Markennamen auf der CentOS-Homepage angekreidet -- das CentOS-Projekt schreibt daher auf der Homepage jetzt, dass CentOS auf den Source-Paketen eines bekannten nordamerikanischen Linux Distributors basiert. Der Name Red Hat taucht auf der Homepage nicht mehr auf. Das CentOS-Projekt zeigt für diese Position von Red Hat jedoch ein gewisses Verständnis und bittet, Red Hat und deren Anwälte deshalb nicht zu kritisieren. (thl)