Bremstest: Risiken bei geringem Reifenprofil
Für sicheres Bremsen auf rutschiger Fahrbahn reicht die Mindestprofiltiefe nicht aus. Das betont die GTÜ nach Bremsversuchen bei Schnee und Nässe: Bei Tempo 50 bedeuten 4 mm Profil weniger einen 6 Meter längeren Bremsweg
- ssu
Stuttgart, 9. Dezember 2011 – Für sicheres Bremsen auf rutschiger Fahrbahn reicht die bei Autoreifen gesetzlich erlaubte Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern nicht aus. Das betont die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ).
Bremstests mit Winterreifen
Bremstests mit einem Kompaktwagen auf Winterreifen in der gängigen Größe 195/65 R 15 hätten ergeben, dass sich der Bremsweg mit abnehmendem Profil erheblich verlängert: Mit neuen Pneus mit 8 Millimetern Profil habe sich das 50 km/h schnelle Testauto nach 26 Metern stoppen lassen. Bei 4 Millimetern Restprofil waren 6 Meter mehr nötig, bei 2 Millimetern sogar 11 Meter mehr.
Bremstest: Risiken bei geringem Reifenprofil (1 Bilder)

Bremsversuch der GTĂś
Schlechtere Steigfähigkeit
Bei der Kraftübertragung auf Schnee zeigen sich den Prüfern zufolge ähnliche Verhältnisse: Mit schwindender Profiltiefe wird das Erklimmen von Steigungen schwieriger oder gar unmöglich.
Deutliche Unterschiede bei Nässe
Auch bei Regen und Schnee sei jeder Millimeter Profil ein Sicherheitsgewinn. Beim Bremsen auf nasser Fahrbahn mit Tempo 100 am der Testwagen mit neuen Reifen nach 62 Metern zum Stehen. Mit fast bis zur gesetzlichen Mindestprofiltiefe abgefahrenen Gummis habe sich der Bremsweg um 14 Meter verlängert. Die GTÜ empfiehlt, Winterreifen mit weniger als 4 Millimeter Restprofil umgehend zu erneuern. Abgefahrene Reifen gehörten – unabhängig vom Alter – auf den Sondermüll. (ssu)