Vier Töpfe von Cadillac – 270 PS aus zwei Litern Hubraum
In Detroit soll der Cadillac ATS stehen. Sein wichtigstes Charaktermerkmal ist ein Reihenvierzylinder mit herrlichen Eckdaten: 270 PS aus 2 Litern, praktisch überall mehr als 320 Nm, und die Leistung geht an die Hinterräder
Hannover, 15. Dezember 2011 – Die GM-Sahnemarke Cadillac stellt in Detroit ihren neuen Mittelklassekompakten ATS vor, der gegen Modelle wie den Audi A4 oder den 3er von BMW antreten soll. Er wird vom stärksten Reihenvierzylindermotor seiner Klasse angeschoben, und zwar stilgerecht wie bei BMW über die Hinterachse. 270 PS (198 kW) soll der Turbo-geladene Motor leisten, bei einem maximalen Drehmoment von 353 Nm. Trotz seiner für einen PKW hohen Literleistung von 135 PS gibt der Vierer diese Kraft nicht spitz ab, sondern gelangt über eine sämige Mitte zur Nennleistung: Zwischen 1500 und 5800 U/min liegen überall mindestens 90 Prozent des maximalen Drehmoments an (also knapp 320 Nm).
"Der Zweiliter-Turbo passt perfekt zum ATS, unserer neuen sportlichen Luxuslimousine", freut sich Cadillac-Marketingmensch Don Butler. "Der Motor hängt fantastisch am Gas und schiebt ohne Turboloch." Zu diesem Behufe verwendet Cadillac einen Twinscroll-Turbolader, der, wenn gut ausgeführt, in der Praxis durchaus ein ähnlich gutes Ansprechverhalten abliefern kann wie eine kleine Doppelturbolösung. Ein Luft-Luft-Kühler nimmt zwecks weiterer Effizienz etwas Abgastemperatur aus der Ansaugluft. Weitere Besonderheit: Wie in einigen Suzuki-Motoren kühlen Spritzdüsen die Kolbenböden mit Schmieröl.
Vier Töpfe von Cadillac – 270 PS aus zwei Litern Hubraum (3 Bilder)

Der neue Vierzylinder soll mit Turboaufladung 270 PS aus 2 Litern liefern und dennoch eine dicke Drehzahlmitte bieten.
Außer diesem Motor wird es den ATS je nach Markt noch mit einem 2,5-Liter-Vierzylinder-Sauger geben und einem V6 mit 3,6 Litern Hubraum. Wer 270 PS mit Hinterradantrieb aus einem Zweiliter-Reihenvierer so rein beim Lesen langweilig findet, dem sei empfohlen, sich gelegentlich in einen Honda S 2000 zu setzen und dessen Motor in den Begrenzer bei 9000 U/min zu drehen. Der Caddy hat 30 PS und eine starke Mitte Vorsprung. Vergleichen wir ihn also lieber mit der Neuauflage des Opel GT, denn da kommt der Motor GM-hausintern her und vergessen wir auch nicht den Opel Astra OPC, denn da geht er (auch) hin. (cgl)