Carly Fiorina als künftige Weltbank-Chefin gehandelt
Die ehemalige HP-Top-Managerin habe gute Chancen, die Nachfolge von James Wolfensohn anzutreten, heißt es in amerikanischen Regierungskreisen.
Die Anfang Februar zurückgetretene Top-Managerin des Computerkonzerns Hewlett-Packard (HP), Carly Fiorina, wird Presseberichten zufolge als künftige Weltbank-Chefin gehandelt. Fiorina habe gute Chancen, die Nachfolge von James Wolfensohn anzutreten, der nach zehnjähriger Amtszeit am 1. Juni turnusgemäß den Posten niederlegt, heißt es mit Berufung auf amerikanische Regierungskreise.
Kernaufgabe der in Washington angesiedelten Weltbankgruppe mit ihren fünf Unterorganisationen ist die wirtschaftliche Förderung von Entwicklungsländern. Dazu werden beispielsweise Darlehen für Investitionsprojekte zu günstigen Konditionen bereit gestellt, Reformprogramme finanziert oder auch technische Hilfen angeboten. Traditionell geht der Chefposten an einen Vertreter der USA, die auch größter Anteilseigner der Weltbankgruppe sind, während die Europäer die Leitung des Internationalen Währungsfonds (IWF) übernehmen.
Fiorinas Erfahrungen in der Entwicklungspolitik beschränken sich allerdings auf eine Beraterfunktion für Südafrikas Präsident Thabo Mbeki sowie den Aufbau einer HP-Partnerschaft mit Gemeinden in Südafrika und Indien, um deren Versorgung mit IT-Technologien zu fördern. Als weitere Kandidaten für den Weltbank-Chefposten werden der stellvertretende US-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz, der frühere Chef des Pharmaunternehmens Eli Lilly, Randall Tobias sowie der amerikanische Finanzstaatssekretär John Taylor genannt. (pmz)