Nanofarbe soll Flugzeuge unsichtbar machen

Eine neuartige Beschichtung könnte Militärflugzeuge vor Radarwellen verstecken.

vorlesen Druckansicht 213 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Forscher an der University of Michigan (U-M) experimentieren mit einer neuartigen Beschichtung, die Militärmaschinen in der Nacht nahezu unsichtbar machen soll. Die Technik könnte gleichzeitig dafür sorgen, dass Flugzeuge nicht mehr auf dem Radar auftauchen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Das Verfahren basiert auf Kohlenstoff-Nanoröhrchen, die als das schwärzeste bekannte Material gelten. Die langen Stränge aus reinem Kohlenstoff, jeder nur ein paar Nanometer im Durchmesser, bieten diverse praktische Eigenschaften – von großer Festigkeit bis zur elektrischen Leitfähigkeit. Sie absorbieren ein breites Spektrum – von Funkwellen über sichtbares Licht bis hin zu ultraviolettem Licht – und das nahezu perfekt. Forscher nutzten diese Eigenschaft bereits für hochempfindliche Bildsensoren.

L. Jay Guo, Professor für Elektrotechnik an der U-M, kam nun auf die Idee, das Material auch zur Tarnung zu nutzen. Schließlich werden bei Stealth-Flugzeugen schon jetzt schwarze oder sehr dunkle blaue Anstriche verwendet, um sie am Himmel nahezu unsichtbar zu machen. Guos Gruppe ließ im Test Wälder vertikaler Kohlenstoffnanoröhrchen auf der Oberfläche verschiedener dreidimensionaler Objekte wachsen. Das Ergebnis: Die Kohlenstoffnanoröhrchen sorgten dafür, dass die Objekte auf den Betrachter flach und schwarz wirkten – auch solche, die sich eigentlich deutlich von einem Siliziumwafer erhoben. Der Überzug half außerdem dabei, dass die Objekte auf schwarzem Hintergrund nahezu unsichtbar wurden.

Der Effekt kommt zustande, weil die Nanoröhrchen das Licht perfekt absorbieren – und weil sie mit etwas Abstand zueinander stehen. Im Experiment ergab sich so ein Brechungsindex, der nahezu mit dem der umgebenden Luft identisch war. Guo glaubt, dass ein Flugzeug mit einer solchen Beschichtung vor Radaranlagen sicher wäre. "Wenn es von den Strahlen getroffen wird, reflektiert nichts. Es ist so, als wäre kein Objekt vorhanden."

Mehr zum Thema in Technology Review online:

(bsc)