Kapsch-Gruppe steigert Ergebnis und expandiert

Das österreichische Familienunternehmen setzte im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 353 Millionen Euro in den Bereichen Telekommunikation und Verkehrstelematik um. Das Vorsteuerergebnis stieg um fast 45 Prozent auf 17,8 Millionen Euro.

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Die österreichische Kapsch-Gruppe hat am heutigen Donnerstag in Wien eine positive Bilanz über das Ende März abgelaufene Geschäftsjahr 2005/06 gezogen. Das Familienunternehmen ist international in den Bereichen Telekommunikation und Verkehrstelematik, wozu auch Mautsysteme zählen, tätig. Zwar konnten die Umsatzerlöse trotz diverser Unternehmenszukäufe nicht gesteigert werden (353,5 nach 353,8 Millionen Euro). Doch wuchs das EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 33 auf 35,4 Millionen Euro. Das EBT (Ergebnis vor Steuern) konnte sogar um fast 45 Prozent von 12,3 auf 17,8 Millionen verbessert werden. Fünf Prozent davon (890.000 Euro) werden als Gewinnbeteiligung an die etwa 2000 Mitarbeiter ausschütten.

Im Laufe des Jahres soll der Personalstand um 25 Prozent auf 2500 wachsen. Anfang Juli wurden die Tochtergesellschaften von Getronics in Österreich, Polen, der Slowakei und Tschechien erworben. Nach Vorliegen der kartellrechtlichen Genehmigungen sollen deren 280 Mitarbeiter in die jeweiligen BusinessCom-Niederlassungen von Kapsch integriert werden und etwa 44 Millionen Euro im Jahr umsetzen. Zu den Zukäufen der BusinessCom-Sparte zählten im vergangenen Jahr ADS System Austria und CS Communications & Systems Austria (beide Netzwerktechnik) sowie Systrex Datentechnik (Citrix-Lösungen, VM-Ware), Techcom IT Solutions (Consulting). Hinzu kam eine Beteiligung an der Calpana Business Consulting, die sich auf IT-Risikomanagement konzentriert.

Noch nicht in der Bilanz enthalten ist das tschechische Mautsystem, das derzeit von Kapsch TrafficCom errichtet wird, und in zwei Stufen zum Jahresanfang sowie zur Jahresmitte 2007 in Betrieb gehen soll. Im FrĂĽhjahr hatte Kapsch das argentinische Unternehmen DPS Automation erworben, welches Zentralen-Software fĂĽr Mautsysteme entwickelt. Die beiden Firmen hatten bereits bei einem chilenischen Mautprojekt zusammengearbeitet.

Die CarrierCom-Sparte hat ihre Präsenz in Südosteuropa verstärkt, aber auch 25 Prozent am US-amerikanischen Telecom-Software-Lieferanten jNetX erworben. Zusätzlichen Umsatz soll der Vertrieb von IP-TV-Plattformen, etwa aus dem Hause UTStarcom, bringen. Nach der Ausstattung der tschechischen Bahnstrecke zwischen Tetschen-Bodenbach und Kolin mit GSM-R, hofft Kapsch CarrierCom gemeinsam mit Siemens auf GSM-R-Geschäfte mit den ÖBB. Diesen hatte Kapsch BusinessCom zuletzt ein IT-Management-System verkauft. (Daniel AJ Sokolov) / (pmz)