Algorithmus fĂĽr Nanotube-Schaltkreise

Mit einer speziellen Software suchen Stanford-Forscher nach verwendbaren Logikgattern im Nanoröhrchen-Chaos.

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Eines Tages, so hoffen Experten, wird die heute übliche Silizium-Technik in Chips durch enorm kleine Kohlenstoff-Nanoröhrchen abgelöst, die deutlich mehr Leistung bei niedrigerem Stromverbrauch bieten sollen. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg: Die Nanotubes organisieren sich normalerweise zu chaotisch, um verlässliche Logikgatter zu bilden, die die Grundlage jedes Prozessoreninnenlebens darstellen.

Zwar sind bereits Prototypen einzelner Nanotube-Transistoren und Gatter hergestellt worden. Doch hierbei werden die Röhrenmoleküle noch aufwändig mit Hilfe von Kraftmikroskop-Spitzen bewegt. Eine Methode, um Millionen Nanotubes schnell und gezielt zu Schaltkreisen anzuordnen, gibt es bislang nicht.

Forscher an der Stanford University haben nun ein Verfahren entwickelt, das Ordnung in das Nanotube-Chaos bringen soll, berichtet das Technologie-Magazin Technology Review. Ein spezieller Algorithmus durchsucht dabei eine Ansammlung von Nanoröhrchen auf korrekt funktionierende Transistoren. Im Experiment gelang dies bereits mit so genannten NAND-Logikgattern, die Technologie soll aber auch bei allen anderen wichtigen Gatterformen praktikabel sein.

Der Stanford-Algorithmus löst allerdings nicht alle Probleme mit den Transistoren. Eine normale Nanoröhrchen-Schicht enthält normalerweise einen Anteil von bis zu 30 Prozent, der sich wie ein Metall verhält, also ständig leitfähig ist. Grund ist die die Geometrie der Kohlenstoffatome, die die Hülle von Nanotubes bilden. Diese metallischen Röhrchen sind für Transistoren nicht verwendbar.

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(bsc)