Meterlange Folien aus Nanoröhrchen
Das US-Start-up Nanocomp hat ein neues Herstellungsverfahren fĂĽr hochfeste Materialien gezeigt.
In einer kleinen Fabrik in Concord im US-Bundesstaat New Hampshire arbeiten Mitarbeiter des Start-ups Nanocomp daran, aus Kohlenstoffnanoröhrchen ein ganz besonderes Produkt zu machen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe: Papierdünne Blätter, die in großen Längen hergestellt werden können. Die einzelnen Nanoröhrchen sind nur wenige Billionstel Meter breit und gehören zu den stärksten und leitfähigsten Materialien, die der Mensch herstellen kann.
Schon seit Jahrzehnten träumen Forscher davon, das Material für hocheffiziente Stromleitungen, extrem lange Hängebrücken oder gar Weltraumfahrstühle zu nutzen, mit denen Satelliten direkt ins All gebracht werden könnten. Nanoröhrchen mit Kunstharz zu mischen, um Verbundmaterialien zu schaffen, erwies sich jedoch als problematisch. Die positiven Eigenschaften der einzelnen Nanoröhrchen ließen sich so nur schwer bewahren.
Die Herstellung in Form von Folienbahnen gilt als interessante Alternative: Zwar sind auch diese nicht ganz so leitfähig und stark wie einzelne Nanoröhrchen, können aber als Ersatz für schwerere Materialien wie Kupfer und andere konventionelle Werkstoffe verwendet werden.
So soll die Folie etwa zum Abschirmen von Koaxialkabeln oder als Schutz für Satelliten vor Weltraumstrahlung dienen. Ein entsprechendes Projekt von Nanocomp mit der US-Raumfahrtbehörde NASA läuft bereits: Dabei soll die Nanoröhrchen-Folie eine Deep-Space-Sonde sichern. Eine andere Anwendung liegt in der Verkabelung von Drohnen oder Flugzeugen, bei der so enorm viel Gewicht gespart werden könnte – von bis zu 50 Prozent geht man bei Nanocomp aus. Das wiederum spart Sprit und erhöht die Flugzeit mit einem Tank. Ein eingebauter Schutz gegen elektromagnetische Einstreuungen ist ein zusätzliches Plus.
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(bsc)