Neue KPN-Tochter Sympac will GroĂźkunden dienen
Zunächst sollen Großkunden mit Sitz in jenen drei Ländern, in denen KPN Mehrheitsbeteiligungen an Mobilfunk-Netzbetreibern hält, geworben werden.
Mit einer neuen Tochterfirma namens Sympac will KPN im Sommer in das Mobilfunk-Geschäft mit multinationalen Großunternehmen einsteigen. Grund ist die zunehmende Zentralisierung des Abschlusses von Mobilfunkverträgen in den Konzernen, die zwar einheitliche Dienste, Rufnummernpläne und Rechnungen ermöglicht, aber dafür oft höhere Gesamtkosten verursacht. Nachdem der Zug der Mobilfunkerallianzen mit Freemove, der Starmap mobile alliance und Vodafone samt Partnern bereits abgefahren ist, hat sich Sympac-Manager Brian Stout eine andere Strategie einfallen lassen. Im Gespräch mit heise online definierte er Sympac als "Mobile International Service Provider".
Anstatt aufwendige Allianzen aus Netzbetreibern mit unterschiedlichen Eigentümern zu schmieden und dafür neue Entscheidungsfindungsstrukturen aufzubauen, will Stout auf andere Weise die Total Cost of Ownership (TCO) seiner Kunden senken. Zunächst sollen Großkunden mit Sitz in jenen drei Ländern, in denen KPN Mehrheitsbeteiligungen an Mobilfunk-Netzbetreibern hält, geworben werden: in Deutschland (E-Plus), Belgien (BASE) und den Niederlanden (KPN Mobile). Dazu werden deren Geschäftskunden-Verkaufskanäle ebenso genutzt wie ein derzeit im Aufbau befindliches eigenes Sympac-Vertriebsteam. Die Mobilfunk-Bedürfnisse der so überzeugten multinationalen Kunden in Drittländern sollen dann durch von Sympac abgewickelten zentralisierten Einkauf befriedigt werden. So würde etwa für die Belegschaft einer Auslandsfiliale das beste Angebot am Markt ausgesucht. "Wenn wir 100 Verträge für einen Kunden abschließen, können wir als Telekommunikationskonzern oft besser verhandeln als der Kunde selbst", erklärte Stout auf der CeBIT. "Wenn wir aber dann mehrere Kunden mit Filialen in diesem Land haben, können wir deren Kaufkräfte bündeln und für alle bessere Konditionen erreichen, als jedes der Unternehmen alleine."
Auch für die Senkung der Kosten von Auslands- und Roamingtelefonaten gebe es "verschiedene Möglichkeiten". Als technisch mögliche Wege bestätigte Stout etwa direkte Zusammenschaltungen mit bestimmten Netzbetreibern unter Umgehung von Roaming Exchanges oder SIM-Karten, die sich in mehr als einem Land einem Netzbetreiber gegenüber als nationale SIM-Karte ausgeben. Ob Sympac solche Lösungswege beschreiten wolle oder andere Pläne hege, ließ sich der Manager indes nicht entlocken. Seinen Kunden sei vor allem wichtig, in ganz Europa unter einer Nummer für Gespräche und SMS erreichbar zu sein, Datendienste ohne Umstellung nutzen zu können und eine zentrale Rechnung mit entsprechenden Rabatten zu bekommen. Außerdem wäre ein einziger internationaler Ansprechpartner von Bedeutung, der sich auch um die Handy-Flotte aller Mitarbeiter des Kunden kümmere. Denn die Mobilfunk-TCO eines internationalen Konzerns würden nicht nur durch Tarife, sondern auch durch das aufwendige Management von Vertragsoptionen, Rufnummernplänen und Endgeräten beeinflusst. (Daniel AJ Sokolov) / (anw)