Telekom-Chef stößt mit Rotstiftplänen auf Widerstand
Es sei nicht zu übersehen, dass der Vorstand daran arbeiten müsse, die Konzernumsätze zu steigern. Dazu brauche er aber motivierte Beschäftigte und guten Service, hieß es bei der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.
Telekom-Vorstandschef René Obermann stößt mit seinen Rotstiftplänen für die Personalkosten der Deutschen Telekom auf Widerstand der Gewerkschaft. "Das Unternehmen braucht eine plausible Marktstrategie anstelle des dicken Rotstifts, um die Personalkosten zu drücken", sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Lothar Schröder. Damit wandte sich Schröder umgehend gegen die Ankündigungen Obermanns, den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen nicht über 2008 hinaus garantieren zu wollen und massiv den Rotstift bei Personalkosten anzusetzen.
Es sei nicht zu übersehen, dass der Vorstand daran arbeiten müsse, die Konzernumsätze zu steigern. Dazu brauche er aber motivierte Beschäftigte und guten Service. "Nur wer einen sicheren Arbeitsplatz hat, ist bereit, die notwendigen Umbrüche innerhalb des Konzerns mitzugestalten", betonte Schröder. Er warnte Obermann davor, über die Absenkung der Ausbildungsvergütung für bestimmte Berufsgruppen zumeist weibliche Auszubildende zu diskriminieren. "Das sind Pläne, die nicht in die Zeit passen. Frauen müssen für ihre Arbeit genauso gut bezahlt werden wie ihre männlichen Kollegen", unterstrich er.
Das Unternehmen mache zwar alles, um Beschäftigung zu sichern, "eine Garantie dafür kann ich aber nicht geben", sagte Obermann dem Bonner General-Anzeiger. Die Deutsche Telekom hatte vor gut einer Woche eine Gewinnwarnung abgegeben.
Siehe dazu auch:
- Telekom-Chef: Keine Garantie für Verzicht auf Entlassungen nach 2008
- Telekom überprüft Festnetzgeschäft in Spanien und Frankreich
- Telekom will mit Service und Bündelangeboten punkten
- Kritik am Telekom-Vorstand nach Gewinnwarnung
- Telekom nur dunkelrosa
- Bericht: Telekom will T-Systems neu sortieren
- Telekom will sich für harten Wettbewerb in Deutschland rüsten
- Obermann: Telekom soll "bestangesehenes Service-Unternehmen" werden
(dpa) / (jk)