Nanotechnik: "Aufklärung der Verbraucher"
Als im März nach Gebrauch des Dichtungsmittels "Magic Nano" Vergiftungserscheinungen auftraten, war die Aufregung groß: Hatte die Nanotechnik den ersten Unfall, vor dem Kritiker angesichts nicht existierender Regularien für Nanomaterialien gewarnt hatten?
Bernd Zimmermann, Verkaufsleiter der Kleinmann GmbH, die im März weltweit mit ihrem Versiegelungsspray Magic Nano in die Schlagzeilen gekommen war, sieht im Nachhinein keinen Anlass zur Selbstkritik. "Das Krisenmanagement bei Kleinmann wurde von staatlichen Stellen und Wissenschaftlern gelobt", erklärt Zimmermann im Interview mit Technology Review. "Wir haben ja auch nicht versucht, das Thema unter den Teppich zu kehren, sondern sehr offen kommuniziert."
Als im März Kunden des Dichtungsmittels "Magic Nano" nach Gebrauch Vergiftungserscheinungen hatten, war die Aufregung groß: Hatte hier die Nanotechnik ihren ersten Unfall, vor dem Kritiker angesichts nicht existierender Regularien für Nanomaterialien immer gewarnt hatten? In der Nanotech-Szene, aber auch in internationalen Medien wurde der Vorfall nicht ohne Besorgnis kommentiert. Die Kleinmann GmbH im schwäbischen Sonnenbühl, Vertreiber von Magic Nano, nahm das Produkt sofort vom Markt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gab dann Ende Mai Entwarnung: Die in der Sprayform des Reinigungsmittels enthaltenen Aerosole waren für die Vergiftungserscheinungen verantwortlich.
Nach einer Umstellung seiner Pruduktpalette arbeitet Kleinmann nun an einer "intensiven Aufklärung der Verbraucher über die Nanotechnologie" – in Kürze will man eine "Initiative mit dem Namen 'www.nano-sorglos.de' ins Leben rufen". Schärferen Regulierungen von Nano-Produkten steht das Unternehmen zwar ablehnend gegenüber – man setzt auf Selbstregulierung der Branche – Zimmermann räumt aber ein: "Wenn man durch ein Prüfverfahren feststellt, dass Flüssigkeiten mit Nanostrukturen und Aerosole nicht zusammen passen, wenn man das etwa vor einem Jahr schon gewusst hätte, hätten wir diesen Weg mit der Aerosol-Abfüllung erst gar nicht eingeschlagen."
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