Verteiltes Rechnen ohne Turingmaschinen
Schweizer Informatiker haben gezeigt, dass Netzwerke aus einfachen Zellen Distributed-Computing-Aufgaben lösen können.
Verteiltes Rechnen liegt aus guten Gründen seit Jahren im Trend: Vernetzte Rechner erledigen komplexe Aufgaben schneller, wenn sie in leicht verdauliche Happen zerlegt und gemeinsam bewältigt werden. So arbeiten beispielsweise Projekte in der Weltraumforschung wie SETI@Home oder Einstein@Home, an denen Hunderttausende per Internet koordinierte PCs arbeiten.
Die Forscher Yuval Emek, Jasmin Smula und Roger Wattenhofer von der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich haben nun in einer neuen Studie gezeigt, dass verteiltes Rechnen auch mit deutlich einfacheren Strukturen funktionieren könnte, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.Das ETH-Team hat mit Modellrechnungen gezeigt, dass ein Netzwerk aus relativ einfachen Knoten wie etwa biologischen Zellen durchaus leistungsfähig ist. Die individuellen Nachteile der Zellen scheinen sich gegenseitig aufzuheben, in dem sie als Gruppe agieren.
Das Ergebnis der Studie dürfte durchaus praktische Auswirkungen haben: Es liefert den Rahmen dafür, wie man ein einfaches Konstrukt dazu bringen könnte, alltägliche verteilte Probleme zu lösen, denen es nicht an Komplexität fehlt. Nutzbar wäre dies etwa bei einfachen Sensornetzwerken.
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(bsc)