Red Hat: Mit Stateless Linux und Virtualisierung Kosten senken

Der Linux-Distributor möchte sein Hauptaugenmerk auf Vereinfachung und Verbilligung der IT-Infrastruktur legen: Virtualisierung, Entwicklerunterstützung und Stateless Linux sind dabei die Kernpunkte der Strategie.

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Von
  • Thorsten Leemhuis

Der Linux-Distributor Red Hat möchte in den nächsten beiden Jahren bei der Entwicklung von Produkten sein Hauptaugenmerk auf eine Kostenreduktion für IT-Umgebungen der eigenen Kunden legen. Laut Brian Stevens, seit kurzem Chief Technology Officer (CTO) bei Red Hat, will das Unternehmen dazu verstärkt Entwickler unterstützten und Virtualisierungslösungen in die Distribution integrieren. Außerdem sollen mit Stateless Linux die Daten der Arbeitsumgebung so im Netzwerk gespeichert werden, dass sie dem Anwender auf andere Rechner mit dauerhaften oder nur vorübergehenden Netzwerkzugang problemlos folgen können.

Bei der Virtualisierung setzt Red Hat auf Xen -- gerade erst hat der Linux-Distributor angekündigt, sein Engagement hinter der noch recht neuen, jedoch viel beachteten Virtualisierungslösung auszubauen. Dabei will Red Hat auch das Preismodell möglichst einfach gestalten – eine unbegrenzte Zahl virtualisierter Server-Instanzen soll sich zu einem gleichbleibenden Basis-Abonnement-Preis nutzen lassen ("Flat Subscription"). Xen soll die Client-Systeme im Unterschied zu bisherigen Virtualisierungslösungen wie VMware oder User Mode Linux nicht so stark ausbremsen. Zudem verspricht Xen die von AMD und Intel in den Prozessor integrierten Virtualisierungstechniken Pacifica und das in Kürze erwartete Vanderpool (VT) zu unterstützen.

Bei Stateless Linux sollen alle wichtigen Daten im Netzwerk gespeichert sein. Das soll günstig zu wartende Thin Clients mit und ohne Festplatte ermöglichen; dem Anwender auf beliebigen Systemen wird nach dem Anmelden die immer gleiche Arbeitsumgebung präsentiert. Backup und Update-Mechanismen sollen die vertraute Arbeitsumgebung, aber auch auf ein Notebook transferieren können, so dass man unterwegs offline arbeiten kann. Später sollen die Mechanismen die veränderten Daten automatisch wieder in das Netzwerk tranferieren – so können sich mehrere Mitarbeiter ein Notebook teilen und trotzdem immer ihre vertraute aktuelle Arbeitsumgebung mitnehmen.

Stateless Linux ist nichts Neues und wird seit längerem im Rahmen des Fedora Project entwickelt – in letzter Zeit wurde es jedoch augenscheinlich still um die nun scheinbar wieder in den Fokus gerückte Idee. Eine kleine Gruppe Entwickler will im Rahmen von Stateless Debian die Techniken von Stateless Linux auch in Debian einbringen.

Von Verbesserungen an Open-Source-Werkzeuge wie Eclipse, SystemTAP und Frysk verspricht sich Red Hat, dass Programmierer schneller firmenspezifische Software entwickeln können. Darüber hinaus will der Distributor spezielle Inhalte, Dienstleistungen und Schulungen für Entwickler kommerzieller Applikationen bereitstellen. Vorstufen der erwähnten Verbesserungen sind laut Red Hat bereits im Fedora Project verfügbar. Das plant für das nächsten Frühjahr mit Fedora Core 5 die nächste Version der Distribution. Sie dürfte die Basis für die Ende 2006 erwartete nächste Version von Red Hat Enterprise Linux (RHEL) bilden. (thl)