ver.di will mindestens Zweidrittelmehrheit bei Urabstimmung
Die Mitarbeiter der Telekom stimmen am Donnerstag und Freitag ĂĽber den Kompromiss im Streit um die Auslagerung von 50.000 Stellen in Service-Gesellschaften ab. Um den Streik endgĂĽltig zu beenden, ist eine Zustimmung von mindestens 25 Prozent erforderlich.
Die Gewerkschaft ver.di rechnet bei der bevorstehenden Urabstimmung über das Ergebnis der Telekom-Verhandlungen trotz Kritik fest mit der Unterstützung der Mitglieder. "Wir wollen mindestens eine Zweidrittel-Mehrheit haben", sagte ver.di-Bundesvorstand Lothar Schröder der Schwäbischen Zeitung (Mittwochsausgabe). Die Mitarbeiter der Deutschen Telekom sollen in einer Urabstimmung am Donnerstag und Freitag den Kompromiss zwischen ver.di und dem Konzern gutheißen und ihren Streik beenden.
Die Telekom setzte mit dem Abschluss ihr Ziel durch, 50.000 Arbeitsplätze in drei einzelne Service-Gesellschaften auszulagern. Schröder appellierte in der Schwäbischen Zeitung an die Mitglieder: "Wir sind geschlossen in den Arbeitskampf gegangen, daher sollten wir so auch wieder herausgehen." Allerdings glaubt Schröder nach eigener Aussage nicht, 96,5 Prozent wie zu Beginn des Streiks bekommen zu können. Die vereinzelte Kritik an dem Kompromiss lässt Schröder grundsätzlich gelten. "Natürlich werden in einem so großen Streik bei manchen auch Hoffnungen auf mehr geweckt. Aber gegenüber dem, was uns von der Telekom ohne diesen Arbeitskampf geblüht hätte, ist das Ergebnis vorzeigbar."
Schröder ist trotz der Einigung nach wie vor nicht überzeugt davon, dass die Auslagerung notwendig und sinnvoll sei. "Ich stelle mir die Frage, wie es klappen kann, den Service in drei einzelnen Gesellschaften besser zu organisieren statt in einer Gesellschaft", sagte er dem Blatt. Jetzt sei das Management an der Reihe, hier zu überzeugen. "Ich bleibe skeptisch", sagte der ver.di-Bundesvorstand. Die Gewerkschaft selbst sieht Schröder durch den Arbeitskampf gestärkt. "Unser Profil ist geschärft, auch durch den Streik bei der Telekom. Wir können selbstbewusst aus dem Arbeitskampf herausgehen", sagt er. (dpa) / (pmz)