Internet-Vordenker: Web 2.0 ist nicht alles

Die "Supernova"-Konferenzteilnehmer ĂĽben Kritik am Hype: Das Silicon Valley leide erneut unter einer "sehr engstirnigen Art von Einfallsreichtum".

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Konferenzteilnehmer der renommierten Supernova Conference 2007 in San Francisco haben Kritik am aktuellen Hype um das "Mitmach-Internet" geübt, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe. IT-Theoretiker Nicholas Carr sagte, die Branche müsse sich "frei machen von der eng definierten Vorstellung von Innovation als Web 2.0". Das Silicon Valley leide erneut unter einer "sehr engstirnigen Art von Einfallsreichtum". "Kostenlose oder durch Anzeigen finanzierte Dienste werden nicht die neue Ära definieren", warnte Carr.

New York Times-Kolumnistin Denise Caruso kritisierte die Konzentration von Meinungen im Web 2.0. "Die Netzwerkkultur macht dieses Problem noch schlimmer", sagte die Web-Kritikerin. Blogs und soziale Netze leiteten zu wenige kontroverse Debatten ein. Wer sich im Web finde, sei meist derselben Meinung – was der Lösungsfindung ungemein schade. Sie regte daher an, Anwendungen zu bauen, in denen sich nicht Gleichgesinnte, sondern Menschen mit Meinungsverschiedenheiten finden können.

Die dreitägige Supernova-Konferenz, die von der Wharton Business School ausgerichtet wird, stand diesmal unter dem Motto "Das neue Netz definieren". Sie versammelt renommierte Unternehmer, Gründer und Financiers aus dem Silicon Valley und der ganzen Welt, die über neue Geschäftskonzepte und IT-Modelle debattieren.

Der ganze Konferenzbericht in Technology Review online:

(bsc)