Avaya wechselt Führungsspitze nach Gewinneinbruch
Trotz zweistellig wachsender Produktverkäufe brach der Gewinn je Aktie im zweiten Quartal 2006 auf ein Viertel gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein. Avaya kündigte weitere Maßnahmen zur Kostensenkung an und benannte Louis J. D'Ambrosio zum neuen CEO.
Avayas Nettogewinn im zweiten Quartal 2006 betrug 44 Millionen US-Dollar, das entspricht 10 Cent je Aktie. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte das Telekommunikationsunternehmen noch 194 Millionen US-Dollar beziehungsweise 40 Cent je Aktie verdient. Allerdings konnte Avaya damals außerordentliche Gewinne aus Steuereffekten verbuchen. Dennoch blieb der Konzern aktuell deutlich hinter den Erwartungen von Analysten zurück, die für das am 30. Juni abgelaufene dritte Geschäftsjahresquartal mit einem Gewinn von 12 Cent je Aktie gerechnet hatten.
Den Umsatz konnte Avaya im Vergleich knapp 5 Prozent auf 1,297 Milliarden US-Dollar steigern. Die verkauften Produktstückzahlen kletterten weltweit um 12 Prozent, bei den IP-Systemen konnte der Hersteller sogar 23 Prozent zulegen. Die Ergebnisse werden aber von verschiedenen Faktoren belastet. So betont Chief Financial Officer (CFO) Garry K. McGuire, dass Avaya weiterhin bemüht sei, die Kosten in sämtlichen Geschäftsbereichen und Verkaufsregionen – insbesondere in Europa – nachhaltig zu senken.
Nach Einschätzung von Analysten habe der US-Konzern beispielsweise die Übernahme der deutschen Tenovis noch immer nicht "verdaut", die Ende 2004 einen Schuldenberg von über 260 Millionen US-Dollar mitbrachte. Der Sponsorenauftritt zur Fußballweltmeisterschaft hat Avaya zwar geholfen, sich erfolgreich als VoIP-Infrastrukturanbieter zu präsentieren, hat aber in diesem Quartal auch überdurchschnittliche Marketingausgaben verursacht.
Mit zwei Wechseln in der Führungsspitze will der Telekommunikationsanbieter ein Signal setzen: Der bisherige Vertriebs- und Marketingchef Louis J. D'Ambrosio löst CEO Don Peterson ab, der Avaya seit der Ausgliederung aus Lucent im Jahr 2000 geführt hatte. Zudem wurde der bisherige Leiter der Global Communications Solutions Michael Thurk zum Chief Operating Officer (COO) berufen. (map)