Wimax-Lizenzinhaber bekommen Freigabe für mobilen Betrieb

"Im weiteren Verlauf dieses Jahres" werden die deutschen Wimax-Lizenzinhaber die Freigabe bekommen, auch mobile Wimax-Dienste anzubieten, berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe.

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"Im weiteren Verlauf dieses Jahres" werden die deutschen Wimax-Lizenzinhaber die Freigabe bekommen, auch mobile Wimax-Dienste anzubieten. Das bestätigte der Pressesprecher der Bundesnetzagentur (BNetzA) Rudolf Boll gegenüber Technology Review. Die Zusage dafür hätten sie von Anfang an erhalten. Bettina Tratz-Ryan, Funknetz-Spezialistin beim Marktforscher Gartner Group, vermutet, dass die Wimax-Anbieter dann erst richtig loslegen.

Das müssen sie allerdings auch, denn die BNetzA schreibt – ähnlich wie zuvor bei UMTS, aber deutlich weniger ambitioniert – vor, dass bis Ende 2009 mindestens 15 Prozent der deutschen Gemeinden versorgt sein müssen, bis Ende 2011 müssen es 25 Prozent sein. Wie das vor sich gehen soll, darüber herrscht allerdings weitestgehend Schweigen: Die US-amerikanische Clearwire Corp., Mutter des BWA-Lizenzinhabers Clearwire Europe mit Sitz in Luxemburg, beschied eine Anfrage kurz und knapp mit der Auskunft, dass sie zu Unternehmensstrategie und Netzaufbau generell keine Angaben mache und zu gegebener Zeit die Öffentlichkeit informieren werde.

Ein weiterer Lizenzinhaber, Inquam Broadband, blieb trotz mehrfacher Kontaktaufnahme jede Antwort schuldig. Von der dürren Website ist immerhin zu erfahren, dass Inquam ein Joint Venture des US-Ausrüsters NextWave Wireless mit mehreren Finanzinvestoren ist, darunter einem, der in Rumänien und Portugal schon Breitband-Netze betreibt. Einzig Fabio Zoffi, als Geschäftsführer der Deutsche Breitband Dienste GmbH (DBD) dritter Inhaber einer bundesweiten BWA-Lizenz, äußert sich öffentlich über das Geschäft und die Ausbaustrategie: Zuerst, so sagt er, wolle man die weißen Flecken auf der DSL-Landkarte abdecken.

Laut Zoffi hat DBD allein im vergangenen Jahr 100 Millionen Euro in den Netzaufbau investiert – das Unternehmen hat mit einer alten WLL-Lizenz bereits 2004 damit begonnen, Funk-Internet anzubieten. "In den nächsten fünf bis sechs Jahren" soll es, finanziert von Geldgebern wie Intel Capital und Merrill Lynch, drei Viertel der deutschen Gemeinden mit seinem Netz erreichen, insgesamt seien eine Milliarde Euro an Investitionen vorgesehen. Doch bislang stehen dem allenfalls mäßige Einnahmen gegenüber: Zoffi spricht von einer "hohen fünfstelligen" Zahl von Kunden.

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(wst)