Siemens-Vorstand redet mit Betriebsrat von Nokia Siemens Networks

Ein überraschend zustande gekommenes Treffen mit dem Siemens-Finanzvorstand lässt Arbeitnehmervertreter von Nokia Siemens Networks auf "ergebnisoffene Verhandlungen" über Streichungen bei NSN hoffen.

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  • dpa

Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser hat Arbeitnehmervertreter von Nokia Siemens Networks (NSN) in München überraschend zu einem Gespräch über den angekündigten Stellenabbau getroffen. Diesem ersten "Signal des Dialogs" von Siemens müssten jetzt aber weitere Schritte folgen, forderte die IG Metall am heutigen Montag in München. Bei der ersten Aufsichtsratssitzung der deutschen NSN-Tochter seit Bekanntgabe der Pläne erwarteten die Arbeitnehmer für den 6. März "einen ergebnisoffenen und fairen Dialog über Alternativen zu den Schließungsplänen", sagte der NSN-Betriebsbetreuer der IG Metall, Michael Leppek, der Nachrichtenagentur dpa.

Siemens und Nokia sind je zu Hälfte an dem Telefonnetz-Ausrüster NSN beteiligt. Das rechtlich selbständige Unternehmen schreibt rote Zahlen. In Deutschland will NSN 3000 Stellen streichen und die meisten Standorte schließen. Hiergegen hatten die Arbeitnehmer vor wenigen Tagen vor der Münchner NSN-Zentrale protestiert.

Kaeser habe den Münchner NSN-Betriebsratschef Horst Schön und IG-Metall-Sprecher Carsten Riedl zu einem Meinungsaustausch getroffen. Das "zeigt, dass Siemens sich in der Verantwortung sieht", sagte Gewerkschafter Leppek. Dass der Elektrokonzern seinen internen Stellenmarkt jetzt für die NSN-Mitarbeiter öffne, sei ein weiteres Signal: "Die Tür steht schon mal einen Spalt auf." Mit einer Kundgebung am Rande der Aufsichtsratssitzung in München werde die IG Metall am Dienstag zeigen, dass der Protest auch fünf Wochen nach der Schließungsankündigung ungebrochen sei und die Belegschaft geschlossen für den Erhalt des Standorts München kämpfe.

Wie ein NSN-Sprecher sagte, läuft die Information der Betriebsräte an den Standorten noch. Erst danach beginne die Verhandlungsphase. Während des Mobile World Congress in Barcelona war vergangene Woche bekanntgeworden, dass der Stellenabbau bei NSN womöglich noch drastischer ausfällt als bislang offiziell verlautbart. Nach Einschätzung des NSN-Chefs Rajeev Suri werden langfristig nur drei der fünf großen Telecom-Netzausrüster überleben. (ssu)