Nicht-OECD-Staaten hinken bei Internet-Bandbreite hinterher

Zwar nutzen mehr Menschen das Netz, die Infrastruktur ist weltweit aber noch sehr unterschiedlich verteilt, stellte eine neue Studie fest.

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Die Anzahl der Geräte, die Zugriff auf das Internet haben können, nahm in den letzten Jahren explosionsartig zu. Doch heißt das auch, dass die digitale Kluft, also die Spaltung in wohlhabende Internet-Nutzer und digitale Habenichtse, grundsätzlich abnimmt? Leider nicht, hat nun der Kommunikationsprofessor Martin Hilbert von der University of Southern California in einer neuen Studie festgestellt. Das berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Zwar haben mittlerweile deutlich mehr Menschen Zugriff auf das weltweite Datennetz – der Unterschied zwischen Arm und Reich nahm hier in den letzten zehn Jahren deutlich ab, auch weil es neuartige Zugangswege wie Smartphones gibt. Doch die weltweit installierte Kapazität, Daten über das Internet zu senden und zu empfangen, konzentriert sich weiterhin in den reicheren Nationen – und zwar sichtbar.

Hilbert errechnete die durchschnittliche installierte Bandbreite in Kilobit pro Sekunde pro Einwohner eines Landes. Um auf diese Zahl zu kommen, werden von der einfachen Modem-Nutzung bis zum Glasfaser-Internet alle drahtgebundenen Zugangswege zusammengerechnet und daraus ein Standardwert gebildet.

Dieser Wert lag im Jahr 2001 im Festnetz in den reicheren Ländern, die Mitglieder der OECD sind, bei 32 Kilobit pro Sekunde. Das klingt zwar nach wenig, doch damals startete die allgemeine Breitband-Revolution gerade erst. Nicht-OECD-Staaten mussten hingegen vor einem Jahrzehnt mit einer kaum nutzbaren Pro-Kopf-Bandbreite von nur 3 Kilobit pro Sekunde auskommen. Bis 2010 kam es zu einer dramatischen Veränderung. In den OECD-Staaten wuchs die verfügbare Bandbreite auf 3200 Kilobit pro Sekunde pro Bürger an. In den ärmeren Ländern steigerte sich die Datenrate dagegen auf nur 275 Kilobit pro Sekunde pro Kopf. Dies liegt deutlich unter der üblichen Definition von Breitband-Internet.

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(bsc)