Alcatel-Lucent will Mobilfunkstationen effizienter machen

Forscher in den Bell Labs des Konzerns haben sogenannte Light Radio Cubes entwickelt, die bestehende Funkmodule ersetzen können.

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Forscher an den Bell Labs des Netzausrüsters Alcatel-Lucent wollen Mobilfunktürme effizienter machen. Dazu haben sie sogenannte Light Radio Cubes (LRC) entwickelt, kompakte programmierbare Funkmodule, die Basisstationen ersetzen oder ergänzen können, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Jeder LRC-Würfel hat nur eine Kantenlänge von sechs Zentimetern und enthält Sende- und Empfangseinheiten, die sich flexibel unter verschiedenen Bedingungen und Kapazitätsanforderungen einsetzen lassen. Zwei der Geräte können bereits einen beschränkten Bereich wie ein Stadion oder eine Bahnstation abdecken – und dabei so viel Netzverkehr aufnehmen, wie ein großer Mobilfunkturm, der eine deutlich umfangreichere Fläche ausleuchten muss. Ein Cluster aus 10 oder 20 LRCs kann außerdem ein Array bilden, das die Funkmodule einer typischen Basisstation ersetzt.

In einem traditionellen Mobilfunkturm werden bis zu 50 Prozent der Leistung nur dafür verwendet, das Signal vom Verstärker und anderen Komponenten der Basisstation zum Funkmodul an der Spitze des Mastes zu leiten. Diese Elektronik wurde in den Würfeln miniaturisiert und verteilt das Signal im Gerät selbst, so dass es kaum Verluste gibt. LRCs sind laut Alcatel-Lucent bis zu 40 Prozent billiger als die Anschaffung neuer traditioneller Basisstationen, wenn es darum geht, bestehende Kapazitäten zu erweitern.

Bis die Technik weite Verbreitung findet, mĂĽssen allerdings erst Feldtests erfolgreich abgeschlossen werden. Aktuell werden die LRCs, die mit GSM, UMTS und LTE arbeiten, von der spanischen Telefonica, Etisalat aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und China Mobile getestet. Besonders in China ist man sehr interessiert: Dort gilt es, 650 Millionen Kunden zu versorgen.

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(bsc)