Axel Springer AG steigert den Gewinn

Europas größtes Zeitungshaus profitierte unter anderem von einer anhaltend positiven Entwicklung der Werbekonjunktur; nach dem Scheitern der ProSiebenSat.1-Übernahme hatte Springer angekündigt, im Ausland und im Internet wachsen zu wollen.

vorlesen Druckansicht 58 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Die Axel Springer AG (u. a. "Bild", "Welt", "Hamburger Abendblatt", "Berliner Morgenpost", "B.Z.", "Hörzu", "Rolling Stone") hat im ersten Halbjahr 2006 das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (EBITA) um 2,8 Prozent auf 177,8 Millionen Euro gesteigert. "Wesentliche Beiträge" zu dieser Steigerung haben laut einer Mitteilung aus Europas größtem Zeitungshaus das Anzeigengeschäft, das Kostenmanagement im Konzern und die Profitabilisierung von Neugründungen geleistet. Der Konzernumsatz lag mit 1,172 Milliarden Euro unter dem des ersten Halbjahres 2005, und zwar um 21 Millionen Euro, da seinerzeit noch die Umsätze des Tiefdruckgeschäfts enthalten waren. Diese Druckereien wurden zum 1. Juli 2005 in das Joint Venture Prinovis eingebracht. Die positive Entwicklung der Werbekonjunktur aus dem ersten Quartal habe sich fortgesetzt. So kam es im Halbjahrsvergleich zu einem Anstieg der Anzeigenerlöse um 5,9 Prozent auf 511,7 Millionen Euro.

Nachdem Springer-Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner mit seinem Vorhaben, die ProSiebenSat.1-TV-Gruppe zu übernehmen, gescheitert war, hatte er angekündigt, die Axel Springer AG wolle künftig vor allem im Ausland und im Internet wachsen. Vor Kurzem hat die Axel Springer AG mit der Akquisition von Idealo Internet einen weiteren Schritt im Rahmen seiner Digitalisierungsstrategie vollzogen. Auch bei bestehenden Online-Aktivitäten wie bei Bild.T-Online.de, Autobild.de, dem Immobilienportal Immonet.de und bei der Stellenbörse Stepstone.de sieht sich der Konzern auf dem richtigen Weg. Vor zwei Wochen hieß es in Medienberichten, dass bei Springer spätestens ab kommendem Jahr Nachrichten von einer speziellen Redaktion zunächst online gestellt werden, bevor sie in ausführlicher Form am nächsten Tag in Zeitungen wie die Welt oder der Berliner Morgenpost nachzulesen seien.

"In Polen haben wir mit der Neugründung und erfolgreichen Einführung von Dziennik im zweiten Quartal einen wichtigen Schritt bei der Ausweitung des internationalen Geschäfts vollzogen", erläuterte Döpfner. Die Zeitung habe wenige Monate nach der Einführung die Erwartungen des Konzerns bei weitem übertroffen und wurde im Mai durchschnittlich 259.000-mal gekauft. Zusammen mit den 541.000 verkauften Exemplaren der Tageszeitung Fakt ist Springer nach eigenen Angaben mit einem Vertriebsmarktanteil von 44 Prozent der größte Verleger auf dem polnischen Tageszeitungsmarkt. (anw)