Übersetzungscomputer mit Profil
Forscher bei Microsoft Research übertragen das Stimmprofil einer Person auf einen gesprochenen Text in einer fremden Sprache.
Microsoft-Forscher haben einen weiteren Schritt hin zu einem maschinellen Simultanübersetzer gemacht, mit dessen Hilfe man eines Tages eine fremde Sprache mit der eigenen Stimme sprechen könnte, ohne sie zu beherrschen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe, Hierfür analysierten die Wissenschaftler Stimmprofile im Englischen, die sie anschließend auf andere Sprachen anwandten.
In einer Demonstration der neuen Technologie ließ man Forschungsleiter Rick Rashid plötzlich spanisch sprechen, während Craig Mundie, der bei Microsoft Forschung und Unternehmensstrategie verantwortet, im chinesischen Mandarin zu hören war. Die Stimme des Sprechers war dabei klar identifizierbar, auch wenn die Sprache noch recht maschinell klingt.
"Wir können uns damit jetzt an einige Anwendungsszenarios machen", sagt Frank Soong, der das System mit Kollegen von Microsoft Research Asia in Peking entwickelt hat. Ein Reisender, der nur seine Muttersprache beherrscht, könnte damit in einem fremden Land die dortige Sprache annehmen. Der gesprochene Originaltext werde nacheinander durch eine Spracherkennung, eine Übersetzung und eine Sprachsynthese geschickt, sagte Soong.
Er sieht auch Einsatzmöglichkeiten beim Erlernen einer neuen Sprache. Wenn Lernende einen fremden Satz mit ihrer eigenen Stimme vorgesprochen bekommen, könnte das stimulierend wirken, glaubt Soong. Aber auch Navigationsapps könnten davon profitieren. Soong zeigte in einer Demonstration, wie eine synthetische Stimme unterbrechungslos vom Englischen ins Chinesische wechselte, um Straßenschilder in Peking als Teil einer Routenbeschreibung vorzulesen. Um ein Stimmprofil zu erstellen, muss das neue Microsoft-System eine Stunde mit Beispieltexten trainiert werden.
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(bsc)