Q-Cells weiter auf Expansionskurs

Der größte Solarzellenproduzent in Deutschland, inzwischen weltweit die Nummer zwei, eröffnet eine Repräsentanz in Japan, um den Weltmarktführer Sharp anzugreifen.

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Q-Cells, größter Solarzellenproduzent in Deutschland und inzwischen weltweit die Nummer zwei auf dem Markt, will weiter kräftig wachsen. Wie Firmenchef Anton Milner dem Technologiemagazin Technology Review anlässlich der Eröffnung der ersten Repräsentanz der Firma in Japan sagte, werde das Unternehmen sein Tempo auch künftig aufrechterhalten – insbesondere im Bereich Forschung und Entwicklung. "Wir haben das größte Forschungsteam der Industrie mit 100 Ingenieuren aufgebaut. Wir wissen, dass es mutig ist. Aber entweder entwickelt sich die Industrie nicht, und dann haben alle Probleme. Oder in der Solarindustrie geht die Post ab."

Den japanischen Markt, aus dem auch der Solarweltmarktführer Sharp kommt, soll nun ebenfalls in Angriff genommen werden, sagte Milner: "Zuerst einmal müssen wir anerkennen, dass Japan noch immer der größte Hersteller und technologisch der Leuchtturm der Solarindustrie ist. Japan ist aus guten Gründen die Heimat der Solarzellenherstellung." Doch die Europäer brächten auch Kompetenzen ein, "zum Beispiel in der Finanzierung und der effizienten Produktion". Japans Solarunternehmen verdienten in der Regel weniger Geld als amerikanische, chinesische und europäische.

Q-Cells hatte sich seit Unternehmensgründung 1999 aus dem Stand mit einer aggressiven Wachstumspolitik zu einer Position kurz hinter Sharp vorgekämpft. Dennoch glaubt Milner nicht, dass es im Markt darum ginge, andere Anbieter zu verdrängen: "Solarstrom ist noch eine ganz junge Industrie. Die bisher installierten Solarzellen stellen gerade einmal soviel Strom wie ein Atomkraftwerk her. Unsere Konkurrenten sind die Stromkonzerne und die Hersteller anderer Energieträger." Die Aufgabe der Hersteller sei daher, den Gesamtmarkt zu vergrößern.

Dazu gehöre auch, die Wettbewerbsfähigkeit der Solartechnik weiter zu steigern, so Milner: "Wir sind sicher, dass wir den Preis in sieben bis acht Jahren um 40 bis 50 Prozent senken können." Wenn dadurch die Grid-Parität zu erreichen sei, also wenn die Kosten für den Sonnenstrom unter dem Einzelhandelstarif für Stromkunden lägen, werde der Markt "richtig interessant".

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(bsc)