Gates-Berater fordert Banken zu mehr Innovation auf

Dank des Netzes lässt sich Geld heute so schnell und einfach bewegen wie nie zuvor. Nun müsse sich das Geldsystem vollständig in die vernetzte Welt integrieren, fordert Ignacio Mas.

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Dank der Ausbreitung digitaler Kommunikationstechnologien können wir heute Geld einfacher und schneller handhaben als je zuvor. Doch verglichen mit der Geschwindigkeit, mit der wir finanzielle Transaktionen abwickeln, hat sich unser Konzept des Geldes nicht annähernd so radikal weiterentwickelt, schreibt Ignacio Mas in einer aktuellen Analyse zum Thema mobiler Geldverkehr für Technology Review. Mas ist Berater für mobile Finanztechnologien und war zuvor stellvertretender Direktor des "Financial Services for the Poor"-Programms der Bill & Melinda Gates Foundation, mit der Bankdienstleistungen auch Menschen in der Dritten Welt zugänglich gemacht werden sollen.

"Mobile Bezahldienste betrachten viele Finanzunternehmen immer noch als lästige Komplikation und nicht als zukunftsweisende Dienstleistung. Dabei ist die Vorstellung, jederzeit mit dem eigenen Konto verbunden zu sein, doch unwiderstehlich", schreibt Mas. Noch profitierten Banken und Karteninstitute von dem unbefriedigenden Status quo, der Otto Normalverbraucher ausschließe. Doch Technikkonzerne seien bereit, die Lücke zu füllen. "Google interessiert sich dafür, weil es sich neue Daten von seinen Kunden verspricht. Apple hat für die App-Welt ein simples System gefunden, bei dem man mit einem Knopfdruck eine Anwendung kaufen kann. Paypal arbeitet an einem Konzept, bei dem jedes Email-Konto, jede Handynummer mit einem eigenen Bezahlkonto verknüpft wird."

Innovationen erwartet sich Mas auch aus den Schwellenländern. So waren brasilianische Banken die ersten, die Geldtransaktionen über Einzelhändler ermöglicht haben. "Warum sollte man dort nur Reis, Suppe oder Getränke kaufen können? Die Technik ist da, um auch hier, in der Peripherie, physisches in elektronisches Geld und umgekehrt umzutauschen." In Kenia habe der Mobilfunkbetreiber Safaricom inzwischen ein Netz aus 30.000 Läden aufgebaut, in denen Kunden Geld auf mobile M-PESA-Konten einzahlen oder von diesen abheben könnten.

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(bsc)