Celesio will Internet-Apotheke DocMorris wieder loswerden

Die Online-Versandapotheke DocMorris brachte dem Pharmagroßhändler Celesio kein Glück. Deutschlands Apotheker liefen Sturm. Nun geht der Konzern auf Kuschelkurs und will DocMorris wieder loswerden.

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Von
  • Heiko Lossie
  • dpa

Im Kampf um ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell trennt sich der Pharmagroßhändler Celesio von der umstrittenen Internet-Versandapotheke DocMorris. Zudem sind weitere Verkäufe von Tochterunternehmen geplant, gab der Konzern am Dienstag in Stuttgart bekannt. Er ist Deutschlands Nummer zwei in der Pharmalogistik und seit Längerem in schwerem Fahrwasser.

Als eine vieler Gegenmaßnahmen soll die seit 2007 zu Celesio gehörige Tochter DocMorris mit Versand- und Stationärhandel nun wieder abgestoßen werden. Die Übernahme erwies sich als Fehleinschätzung – kurzzeitig hatte der 200 Millionen Euro teure Kauf fast jeden dritten Celesio-Kunden vergrault und Marktanteile gekostet. "Es hat Jahre gebraucht, um dies wieder wettzumachen", räumte Pinger ein.

Die Apotheker boykottierten damals regelrecht den Großhändler, der hierzulande mit der Anzag und deutlich hinter Branchenprimus Phoenix auf Platz zwei rangiert. Der Streit ging bis vor den Europäischen Gerichtshof. Ergebnis: In Deutschland bleibt es dabei, dass Apotheker nur wenige Filialen haben dürfen. Ketten mit angestellten Apothekern – ob nun mit oder ohne Online-Handel dahinter – sind weiter verboten.

Wer DocMorris übernehmen könnte, ist noch unklar. Bisher bietet Celesio das Franchise-System hinter dem Namen DocMorris zum Verkauf an. "Wir gehen davon aus, dass ein möglicher Erwerber auch Rechte an der Marke besitzen will. Wir könnten uns vorstellen, auch die Marke zu verkaufen", so Pinger. (anw)