Warner Music reduziert Quartalsverlust

Trotz aller Beschwerden über illegale Kopien und Filesharing: Unter anderem die Red Hot Chili Peppers und James Blunt bescheren dem viertgrößten Musikkonzern gute Umsatzzuwächse und niedrigere Verluste.

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Von
  • Jürgen Kuri

Die Red Hot Chili Peppers machen sich nicht nur auf, mit "zurückgeblieben-schmerzhaftem" und "dreckigem direkten Funk" die Gehörgänge etwas freizublasen. Sie sind auch einer der Acts, die der Musikindustrie auf die Beine zu helfen scheinen – und das mit einem neuen Album, statt mit Statistiken über illegale Kopien und der Beschäftigung einschlägig versierter Rechtsanwälte.

Zumindest die Warner Music Group (WMG) hat im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2005/06 den Verlust bei kräftig gestiegenem Umsatz reduziert. Die viertgrößte Musikfirma der Welt schrieb im Quartal netto noch rote Zahlen von 14 Millionen Dollar gegenüber einem Verlust von 179 Millionen Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Verlust pro Aktie verringerte sich von 1,41 auf 0,10 Dollar je Aktie. Der operative Gewinn lag bei 28 Millionen US-Dollar, nachdem im gleichen Vorjahresquartal noch ein Verlust von 92 Millionen US-Dollar zustande gekommen war. Der Quartalsumsatz kletterte um elf Prozent auf 822 Millionen Dollar.

Nun kann man über Musik unterschiedlicher Meinung sein: Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Und so profitierte WMG nicht etwa nur von Crossover, wie ihn die Red Hot Chili Peppers zu Gehör bringen. Auch Musiker wie James Blunt, T.I., Gnarls Barkley und Tim McGraw trugen nach den Angaben des Konzerns zum gestiegenen Umsatz bei. Besonders zufrieden zeigte sich WMG zudem über das digitale Musikgeschäft: Hier schossen die Umsätze um 109 Prozent in die Höhe und lagen im zweiten Geschäftsquartal bei 92 Millionen US-Dollar. Der Bereich ist mittlerweile für elf Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich. Die Plattenlabels des Konzerns steigerten den Umsatz um 15 Prozent auf 678 Millionen US-Dollar, während der zu WMG gehörende Musikverlag beim Umsatz um 7 Prozent auf 150 Millionen US-Dollar zulegte.

Konzernchef Edgar Bronfman Jr. verwies auf "bemerkenswerte Leistungen" der WMG-Künstler und Labels. WMG habe im Digitalbereich zusätzliche neue Dienste wie SMS-Klingeltöne in Deutschland und Mobilfunk-Partnerschaften in China und Südkorea gebracht. (jk)