Mikro-Nummern gegen Diebe
Metalldiebe bringen immer wieder den Bahnverkehr zum Erliegen. Mikroskopische Plättchen mit Seriennummern sollen jetzt Abhilfe schaffen.
- Susanne Donner
- Dr. Wolfgang Stieler
Metalldiebe bringen immer wieder den Bahnverkehr zum Erliegen. Mikroskopische Plättchen mit Seriennummern sollen jetzt Abhilfe schaffen. Das berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe (seit kurzem am Kiosk oder direkt im heise Shop erhältlich).
Die Deutsche Bahn will den grassierenden Metalldiebstahl auf ihren Strecken mit so genannter „künstlicher DNA“ bekämpfen. Die enthält allerdings gar kein wirkliches genetisches Material. Vielmehr handelt es sich um einen unsichtbaren Lack, der im ultravioletten Licht gelbgrün leuchtet. Ausgerüstet mit Speziallampen, können Polizisten und Bahnbeamte derart gekennzeichnetes Diebesgut sofort erkennen. In dem Lack befinden sich zudem etwa 400 Mikrometer kleine Plättchen aus Nickel, in die eine Ziffer eingraviert ist, die nur unter einem Mikroskop ausgelesen werden kann.
Jeder Gleisabschnitt soll mit einem anderen Code gesichert werden, In einer Datenbank ist hinterlegt, welcher Code zu welchem Abschnitt des Streckennetzes gehört. Sichergestellte Metallteile können so einzelnen Tatorten zugeordnet werden.
Anfang März beklagte die Deutsche Bahn 3000 Buntmetalldiebstähle im Jahr 2011 – 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Schwerer als der Materialwert wiegt mit zehn Millionen Euro indes der funktionelle Schaden: Lücken im Schienennetz warfen 2010 den Fahrplan von 8000 Zügen durcheinander.
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(wst)