Vermarktung des eigenen Surf-Verhaltens

Während sich immer mehr Internet-Nutzer trotz Bedenken von Datenschützern auf kostenlose Web-Mailer und Ähnliches einlassen, formiert sich in den USA eine Gegenbewegung.

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Während immer mehr Internet-Nutzer sich trotz Bedenken von Datenschützern auf kostenlose Web-Mailer und Ähnliches einlassen, formiert sich in den USA eine Gegenbewegung. Eine neue Art von Web-Diensten propagiert die Selbstvermarktung des aufgeklärten Users, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner März-Ausgabe.

"Das ist Beschiss. Gegenwärtig leben wir in dieser Mischwelt aus einigen wenigen Provisionen und schlicht und ergreifend Diebstahl meiner Verhaltensdaten", ereifert sich etwa der prominente Tech-Blogger Steve Gillmor aus San Francisco. "Selbst wenn bei den Googles dieser Welt kein Missbrauch stattfindet: Die Daten werden in große Serverfarmen abgezogen, und wir alle gucken in die Röhre."

Eine Hand voll Startups schickt sich nun an, diese Verhältnisse auf den Kopf zu stellen. Gemeinsam mit anderen Vordenkern aus dem Silicon Valley hat Gillmor beispielsweise den so genannten Attention Trust gegründet, der Nutzern das erste und letzte Wort über ihre Daten einräumen soll. Wer eine Attention Recorder genannte Erweiterung des Firefox-Browsers installiert, verfügt über ein nach Belieben zuschaltbares Aufzeichnungsgerät für sein Klickverhalten.

In einem zweiten Schritt kann jeder Surfer entscheiden, ob er die damit erfassten Daten nur auf der Festplatte speichern oder verschlüsselt an einen der von Attention Trust zertifizierten Zentralspeicher schicken will. Dazu gehört auch die von Gillmor gegründete Gesture Bank, bei der individuelle Daten anonymisiert in einen Pool fließen, aus dem sich später die kleinsten demographischen Teilmengen bilden lassen – theoretisch der ultimative "Long Tail" für Marketingexperten.

Mehr dazu in TR 03/07 (ab dem 22. 2. am Kiosk oder ab sofort online bestellbar):

(wst)