Viele kleine Netzbetreiber

Der US-Mobilfunkanbieter Sonopia ermöglicht es seinen Kunden, ihr eigener Provider zu werden.

vorlesen Druckansicht 18 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Ähnlich wie in Deutschland ist auch in den USA der Mobilfunkmarkt unter einer Hand voll großer Player aufgeteilt – von kleineren Regionalcarriern einmal abgesehen. Sonopia, ein vom Symbian-Veteranen Juha Christensen aus der Taufe gehobenes Unternehmen, will das nun ändern: Mit Hilfe des so genannten "MVNO"-Konzeptes. Der Begriff steht für "Mobile Virtual Network Operator" und umfasste bislang vor allem professionelle Netzbetreiber, die die Mobilfunkinfrastruktur größerer Anbieter mitnutzten. Kostengünstig war das allerdings nicht: So mussten MVNOs neben den Infrastrukturkosten etwa ihre eigene Abrechnungssoftware betreiben und auch den Kundenservice und die Vermarktung selbst übernehmen.

Sonopias Konzept ist deutlich simpler: Die Firma ermöglicht sogar Privatkunden, zum eigenen MVNO zu werden, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Laut Angaben von Sonopia agieren bereits 2400 Organisationen und Einzelpersonen als virtuelle Netzbetreiber. Über die Sonopia-Homepage erstellen sie ihr eigenes Marketingmaterial und können ihre Dienste so auch bewerben. So telefonieren dann Fans des Baseball-Teams "Long Island Ducks" mit einem gleichnamigen virtuellen Mobilfunkunternehmen oder Sportangler mit dem Tarif "TBF Wireless" ihrer US-Organisation The Bass Federation.

Wirklich viel verdienen können die MVNOs mit Sonopia allerdings nicht: Der Löwenanteil der Gebühren geht an den Betreiber der Netzinfrastruktur. Dafür kann aber auch wirklich jeder mitmachen: "Selbst wenn es Millionen von Sonopia-MVNOs gäbe, die jeweils nur einen Kunden hätten, wären wir noch profitabel", meint Christensen.

Mehr zum Thema in Technology Review online:

(bsc)