Erneut Ärger um Oscar-Screener

Ein 27-jähriger US-Amerikaner wird beschuldigt, den Film "Flushed Away" unerlaubt im Internet verbreitet zu haben. Er war laut Medienberichten seiner Schwester, einem Mitglied der Oscar-Jury, zur Beurteilung zugeschickt worden.

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Ein 27-jähriger US-Bürger wird beschuldigt, einen so genannten Oscar-Screener unerlaubt über das Internet verbreitet zu haben. Der Beschuldigte habe den Film von seiner Schwester erhalten, die der International Animated Film Society angehört und der Jury, die über die Vergabe des Filmpreises "Oscar" entscheidet, heißt es in Medienberichten. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences habe einen Hinweis erhalten, der von Dreamworks produzierte Animationsfilm Flushed Away sei kurz vor Weihnachten ins Internet hochgeladen worden. Ein digitales Wasserzeichen habe ihn als einen Screener ausgewiesen, den Oscar-Juroren zur Beurteilung zugeschickt bekommen.

Der Beschuldigte soll im März vor Gericht stehen. Falls er schuldig gesprochen wird, könnte er wegen Copyright-Verletzung für drei Jahre ins Gefängnis kommen. In einem ähnlich gelagerten Fall wurde der Schauspieler und ehemalige Oscar-Juror Carmine Caridi Ende 2004 zu einer Schadensersatzzahlung von 600.000 US-Dollar verurteilt, weil er ihm zugeschickte Filme weitergegeben hatte. Über einen Mittelsmann wurden die Filme auf DVD verbreitet. Auch im vergangenen Jahr gelangten Filmkopien vor der Oscar-Verleihung unerwünscht an die Öffentlichkeit.

Die diesjährigen Oscars werden am kommenden Sonntag (Ortszeit) in einer vierstündigen Zeremonie zum 79. Mal verteilt. Flushed Away gelangte nicht auf die Liste der nominierten Animationsfilme, sondern Cars, Happy Feet und Monster House. (anw)