Mitarbeiter von arvato services solutions stimmen Sozialplan zu
FĂĽr das Aus des Handy-Reparaturbetriebs der Bertelsmann-Tochter arvato services solutions GmbH in Flensburg gibt es kein ZurĂĽck mehr. Die betroffenen Mitarbeiter erhalten aber zumindest Abfindungen und werden in eine Transfergesellschaft ĂĽbernommen.
Die Geschäftsführung der Flensburger Bertelsmann-Tochter arvato services solutions GmbH und die IG Metall haben sich auf einen Sozialplan für 78 Mitarbeiter geeinigt, die als Folge der Schließung des Handy-Reparaturbetriebs an der Förde entlassen werden. Danach erhalten die betroffenen Mitarbeiter Abfindungen und werden für acht Monate in eine Transfergesellschaft übernommen, die Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung bietet. Ausgehandelt wurden zudem ein Kindergeldzuschlag, eine Schwerbehindertenzulage sowie eine Treueprämie für Mitarbeiter, die bis September helfen, die noch vorhandenen Aufträge abzuarbeiten. Danach stellt der Handy-Reparaturbetrieb seine Arbeit in Flensburg ein. Lediglich elf Mitarbeiter bleiben am Standort beschäftigt und sollen künftig Reparaturdienstleistungen in andere Länder vermitteln.
Beide Verhandlungsseiten zeigten sich am heutigen Dienstag mit dem ausgehandelten Sozialplan weitgehend zufrieden. Michael Schmidt von der IG-Metall berichtete, dass 62 Prozent der Befragten dem Sozialplan zugestimmt hätten. Die Transfergesellschaft wurde allgemein als ein wichtiger Eckpunkt im Sozialplan bezeichnet, da viele Mitarbeiter erst knapp drei Jahre zum Unternehmen gehören und im Durchschnitt erst 36 Jahre alt sind. Betroffen sind insgesamt 40 Mitarbeiter mit unbefristeten und 38 mit befristeten Verträgen. Grund für die Schließung des Handy-Reparaturbetriebs ist Unternehmensangaben zufolge ein hoher Wettbewerbsdruck. Die großen Handy-Hersteller ließen ihre Garantie-Arbeiten in Osteuropa, vor allem Ungarn und Tschechien, ausführen, erklärte Betriebsstättenleiter Joachim Schulte.
Die Gewerkschaft hatte die Unternehmensleitung kritisiert, keine neuen Möglichkeiten erschlossen zu haben, um so den Betrieb zu erhalten. "Absicht und Bemühungen waren da", entgegnete Schulte. Leider sei kein Geschäftsfeld zur Reife gebracht worden. In der Flensburger arvato services solutions GmbH waren im April 2006 zwei dänische und eine Betriebsstätte aus Harrislee (Kreis Schleswig-Flensburg) zusammengeführt worden. Der zuvor bereits am Standort ansässige Handy-Reparatur-Spezialist das autotelefon Flensburg hatte mit Unterstützung das Landes Schleswig-Holstein rund zwei Millionen Euro in einen Werksneubau investiert, der dann an die Bertelsmann-Tochter vermietet wurde. Avato steckte weitere rund 1,5 Millionen Euro in die Ausstattung. (pmz)