Spyware: Kampf auf verlorenem Posten?
Dem aktuellen "State of Spyware"-Quartalsbericht des Sicherheitsspezialisten Webroot Software zufolge befindet sich auf mindestens 72 Prozent aller PCs Spyware. Experten zeigen sich uneinig darĂĽber, ob der Kampf dagegen noch zu gewinnen ist.
Dem aktuellen "State of Spyware"-Quartalsbericht des Sicherheitsspezialisten Webroot Software zufolge befindet sich auf mindestens 72 Prozent aller PCs Spyware. Gleichzeitig steigt die Anzahl an Websites rasant, die Spyware verteilen – und die Hersteller dieser Datenschädlinge arbeiten inzwischen mit Rootkits sowie polymorphem Code. Gegenüber Technology Review zeigten sich Experten jedoch nicht einig darüber, ob der Krieg gegen die Spyware verloren ist.
Craig Schmugar, Virus Research-Manager beim Sicherheitssoftwarekonzern McAfee, hält Abhilfe noch immer für machbar. Schließlich seien die oben genannten Methoden bereits seit mehreren Jahren bekannt. "Haben die Virenschreiber bereits so etwas wie eine Atombombe in der Hand? Darüber spekuliert man bereits seit Jahren", sagt Schmugar. "Es gab bereits ein entsprechende Hinweise und wir mussten uns mit so genannten "Zero Day"-Angriffen auseinandersetzen, die Lücken nutzten, die die Software-Anbieter noch gar nicht kannten. Doch die meisten Probleme lassen sich mit guten Sicherheitsmaßnahmen und passenden Unternehmensprozeduren vermeiden."
Industrieanalyst Rob Enderle von der Enderle Group aus San Jose glaubt dagegen, dass die Situation längst außer Kontrolle geraten ist. "Im Internet kann sich ein Virus innerhalb von Stunden verbreiten und es dauert mindestens einen Tag, um die Sicherheitslücke zu beheben." Bis eventuell neue Betriebssystem-Architekturen für Abhilfe sorgen, helfe den Betroffenen nur, die Festplatte eines infizierten Rechners komplett zu löschen und sie mit dem Original-Betriebssystem und der dazugehörigen Software neu zu bespielen. "Das wird wohl jede Familie künftig mindestens einmal im Jahr tun müssen", meint Enderle.
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