Continental entwickelt einen "Rückwarts-Auspark-Assistenten"

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Von
  • Gernot Goppelt

Continental hat aus der Totwinkelerkennung Blind Spot Detection (BSD) eine neue Funktion abgeleitet. Normalerweise dient BSD zur Warnung vor Fahrzeugen, die man wegen der toten Winkel im Rückspiegel nicht erkennen kann. Das neue System mit der Bezeichnung Rear Cross Traffic Alert ist dagegen in der Lage, vor links und rechts nahenden Fahrzeugen zu warnen, während man rückwärts ausparkt. So ist das Ausparken auch dann möglich, wenn nicht möglich ist, die Straße von Fahrerplatz aus zu überblicken.

(Bild: Continental)

Für die Technik nutzt Continental prinzipiell die gleichen Nahbereichs-Radarsensoren, wie sie für die Blind Spot Detection eingesetzt werden. Sie sind an der rechten und linken Ecke des Fahrzeugs hinter der Kunststoffstoßstange verbaut. Von dort aus erfassen sie jeweils einen Winkel von 120 Grad. Unmittelbar hinter dem Fahrzeug gibt es dadurch zwar eine Erkennungslücke, die aber für die Funktion nicht relevant ist. Von links oder rechts nahende Fahrzeuge dagegen werden voll erfasst.

Conti hat nach eigenen Angaben die Sensoren gezielt in Richtung einer höheren Genauigkeit weiterentwickelt. Die Herausforderung beim Ausparkassistenten liege darin, die Kollisionsbahn eines querenden Fahrzeugs genau zu erkennen. Dazu seien präzise Informationen über Richtung, Geschwindigkeit und Distanz erforderlich. Wenn das System auf Grundlage dieser Daten eine Kollisionsgefahr erkennt, warnt es den Fahrer.

In einem Demonstrationsfahrzeug haben die Entwickler den Assistenten so ausgelegt, dass er Autos und Zweiräder in einer Reichweite von mindestens 35 Meter bei einer Geschwindigkeit zwischen 5 und etwa 30 km/h erkennt. Der Fahrer wird mit einem Warnton und einer LED im Rückspiegel gewarnt. Die Warnstrategie lässt sich natürlich für eine Serienanwendung beliebig anpassen, bis hin zu einer automatischen Bremsung.

Wünschenswert wäre allerdings eine größere Reichweite und vor allem die Erkennung von schnelleren Fahrzeugen. Denn in der Praxis muss in innerstädtischen Situationen mit deutlich höheren Geschwindigkeiten gerechnet werden. Solange die Erkennung nur bis 30 km/h zuverlässig funktioniert, ist dem Ausparkenden eigentlich nur in verkehrsberuhigten Zonen oder zum Beispiel auch Parkhäusern geholfen. Immerhin: Allein in diesen Szenarien kann so der ein oder andere Versicherungsschaden vermieden werden. (ggo)