Premiere übt sich in Optimismus

Die Zahl der Abonnenten stieg beim Pay-TV-Sender im Jahresvergleich um rund 3,9 Prozent, seit Januar sank sie allerdings um 3,5 Prozent; die Verluste stiegen stark an.

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Dank guter Zuwächse im Kerngeschäft verzeichnet der Pay-TV-Sender Premiere im abgelaufenen zweiten Quartal 2006 ein Umsatzplus von 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 269,3 Millionen Euro. Bei den Hauptgeschäftszweigen Programmabonnements, Pay-per-View und Werbung kletterte der Umsatz sogar 4,6 Prozent auf knapp 255 Millionen Euro.

Der Nettofehlbetrag erhöhte sich allerdings im Quartalsvergleich auf 138,8 Millionen Euro. Premiere hat jedoch die aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge in der Bilanz vollständig abgeschrieben. Dadurch stieg der Quartalsfehlbetrag einmalig um 90,4 Millionen Euro. Das EBITDA-Ergebnis fiel von 26,5 Millionen auf minus 21,8 Millionen Euro. Die operativen Kosten stiegen um 25 Prozent auf 291,1 Millionen Euro.

Für die Produktion und Lizenzen der Fußballweltmeisterschaft musste der Pay-TV-Sender operative Sonderausgaben von 35 Millionen Euro aufwenden. Die Einführung des HDTV-Angebotes hat die Kosten für entsprechende Receiver von 11,6 auf 19 Millionen Euro steigen lassen. Auch die allgemeinen Aufwendungen für Übertragung und Technik kletterten um 18 Prozent auf 24,7 Millionen Euro.

Die Zahl der Abonnenten konnte Premiere im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,9 Prozent auf 3.442.500 steigern. Im laufenden Jahr sind die Zahlen jedoch rückläufig – seit Januar um 3,5 Prozent. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Georg Kofler macht vor allem die Verunsicherung der Verbraucher durch die öffentliche Diskussion über den Verlust der Bundesliga-Rechte und die damit verbundenen Marketinganstrengungen von Arena dafür verantwortlich.

Für die zweite Jahreshälfte sieht sich der Sender jedoch insbesondere in Sachen Fußball gut aufgestellt. Die Bundesliga werde Premiere gleich auf zwei Vermarktungswegen präsentieren: via IPTV in Kooperation mit T-Com und als Partner von Arena in den Kabelnetzen.

Für die UEFA Champions League konnte sich Premiere sogar für die nächsten drei Spielzeiten exklusive Übertragungsrechte sichern. Alle 125 Spiele werden live beim Pay-TV-Sender zu sehen sein. Unter der neuen Marke "ChampionsTV" will Premiere dazu im Free-TV auf DSF mit ausgesuchten Live-Partien und Spielberichten Geschmack auf eine Abonnement wecken. Auf europäischer Ebene wird der Sender auch mit Spielen des UEFA Cup aufwarten. Bis 2009 hat sich Premiere die Übertragungsrechte sämtlicher Viertelfinal-, Halbfinal- und Endspiele des UEFA Cup gesichert.

Unter anderem mit den neuen Fußballangeboten unternimmt Premiere-Chef Kofler zudem einen Vorstoß in ein neues Preissegment. Zum 1. August startete der Pay-TV-Sender ein neues Angebots- und Preismodell mit fünf Paketen, die jeweils nur 9,99 Euro pro Monat kosten und direkt ohne ein Basispaket zu buchen sind. Neben "Blockbuster", "Thema", "Sport" und Entertainment" zählt auch das Paket "Premiere Fußball" dazu, in dem das komplette internationale Fußballangebot enthalten ist. (map)