STMicroeletronics will drei Werke schließen

4000 Mitarbeiter des größten europäischen Chip-Herstellers sind von der Schließung zweier Halbleiterwerke in den USA und eines Packaging- und Testwerks in Marokko betroffen, sollen größtenteils aber Alternativjobs angeboten bekommen.

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Von
  • Jürgen Kuri

STMicroelectronics, größter europäischer Chiphersteller mit einem Umsatz von 2,482 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn von 276 Millionen US-Dollar im abgelaufenen vierten Geschäftsquartal, will drei Produktionswerke schließen. Betroffen sind die Fab in Carrollton, Texas, wo auf 150-mm-Wafern produziert wird, und die 200-mm-Fab in Phoenix, Arizona. Außerdem soll das Packaging- und Testwerk im Industriegebiet von Ain Sebaa bei Casablanca in Marokko geschlossen werden. Diese Entscheidung folge der Eingliederung des Geschäfts mit Flash-Speichern in ein Joint Venture mit Intel, erklärte STMicroelectronics. Ende Mai hatte der Hersteller angekündigt, sein Flash-Speichergeschäft mit der NOR-Flashsparte von Intel zusammenzulegen – an der noch namenlosen gemeinsamen Firma halten STMicroelectonics 48,6 Prozent, Intel 45,1 Prozent und die Investmentgesellschaft Francisco Partners 6,3 Prozent.

Betroffen von der Schließung der Werke sind insgesamt 4000 Mitarbeiter. Vielen sollen laut STMicroelectronics aber andere Arbeitsplätze im Unternehmen angeboten werden, auch werde es in der Übergangsperiode bis zur tatsächlichen Schließung der Werke finanzielle Unterstützung für die Betroffenen geben. Innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre soll die Produktion der drei Werke auf andere STMicroelectronics-Fabs verlagert werden, in dieser Übergangsperiode sollen die meisten der 4000 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze behalten.

STMicroelectronics erwartet sich von der Schließung der Werke Kosteneinsparungen in Höhe von 150 Millionen US-Dollar pro Jahr. Man beseitige so Überschusskapazitäten. Insgesamt liege die Verlagerung und Werksschließung im Rahmen des Programms, die Produktion auf 150-mm-Wafern komplett in die Fab in Singapur, wo billiger produziert werden könne, zu verschieben oder auf 200-mm-Produktionsstätten auf der ganzen Welt zu verteilen. Die Anlage in Phoenix sei zudem eine relativ kleine 200-mm-Produktion, die hohe Investitionen erfordern würde, um sie auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Ähnliches gelte für das Packaging- und Test-Werk in Ain Sebaa, das man nicht mehr aufrüsten könne. Die Produktion würde in das STMicroelectonics-Werk in Bouskoura bei Casablanca verlegt, das mit neuester Technik arbeite. (jk)