IG Metall verhandelt mit Fujitsu Siemens über längere Arbeitszeiten

Der PC-Hersteller will die 40-Stunden-Woche einführen – ansonsten drohe eine Standortschließung. Ab Mittwoch spricht die Geschäftsführung mit der IG Metall über die geplante Abweichung vom Tarifvertrag.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Der PC-Hersteller Fujitsu Siemens fordert laut Gewerkschaft Zugeständnisse von seinen Beschäftigten. Ab Mittwoch werde mit der Geschäftsführung über deren Antrag auf eine Abweichung vom Tarifvertrag gesprochen, teilte die IG Metall am Dienstag in München mit. Das Unternehmen fordere für die 2400 Beschäftigten in Augsburg und Sömmerda (Thüringen) längere Arbeitszeiten und weitere Abweichungen von den tariflichen Mindeststandards.

Die IG Metall zeigte wenig Verständnis für die Forderungen. Fujitsu Siemens habe zum einen im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Rekordgewinn von 85 Millionen Euro gemacht. Zudem sagte Sibylle Wankel, Verhandlungsführerin der IG Metall: "Wenn Fujitsu Siemens Computers glaubt, unbedingt Kosten senken zu müssen, so gibt es bessere Ansatzpunkte, als gerade die Personalkosten." So mache zum Beispiel das Material bei einem PC 85 Prozent der Kosten aus. Die IG Metall schloss aber offizielle Verhandlungen nicht aus, wenn Beschäftigung dauerhaft gesichert werden könne.

Fujitsu-Siemens-Chef Bernd Bischoff hatte zuvor mit einer Standortschließung gedroht, sollte die wöchentliche Arbeitszeit nicht angehoben werden. Ziel sei die 40-Stunden-Woche. In Augsburg sind rund 2000 (davon 1000 in der Produktion), in Sömmerda 400 Mitarbeiter beschäftigt. Der Gesamtbetriebsrat hält eine starre 40-Stunden-Regelung in der reinen PC-Produktion unterdessen für falsch. Die erprobten flexiblen Arbeitszeitmodelle ließen dort genug Spielräume, die Produktionskosten niedrig zu halten. Einsparpotenziale sieht der Betriebsrat aber in den kaufmännischen Bereichen, in der Verwaltung und in den Entwicklungsabteilungen des PC-Herstellers. (pmz)