Asustek und Gigabyte kĂĽndigen Joint Venture an

Ab 2007 wollen die beiden taiwanischen Hersteller die gemeinsame Fertigung von Mainboards und Grafikkarten unter der Marke Gigabyte starten. Asus stellt Produktionskapazitäten zur Verfügung, hält aber nur eine Minderheitsbeteiligung von 49 Prozent.

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Kursierenden Fusionsgerüchten nehmen Asustek und Gigabyte mit der Ankündigung eines Joint Venture den Wind aus den Segeln. Zum Start des kommenden Jahres soll nun eine gemeinsame Produktionsfirma an den Start gehen, an der Gigabyte mit 51 Prozent die Mehrheitsbeteiligung hält.

Das Joint Venture soll Mainboards und Grafikkarten unter der Marke Gigabyte produzieren. Dafür stellt Asustek seine überschüssigen Fertigungskapazitäten zur Verfügung. Der taiwanische Hersteller hatte im vergangenen Jahr nach Angaben des taiwanischen Branchendiensts DigiTimes mit 52 Millionen Stück über ein Drittel der weltweit verkauften Mainboards ausgeliefert. Asus ist jedoch in der Lage, monatlich bis zu 20 Millionen Boards zu fertigen. Bei Gigabyte waren die Produktionszahlen seit 2003 rückläufig. Der Umsatzanteil der Mainboards fiel dabei bis 2005 von über 80 auf 62 Prozent. Im vergangenen Jahr fertigte der Hersteller knapp 16 Millionen Mainboards und rund 3,7 Millionen Grafikkarten.

Ausgestattet mit einem Startkapital von 8 Milliarden NT-Dollar (rund 244 Millionen US-Dollar) unter der Leitung von Gigabyte-Managern soll das Joint Venture Gigabyte helfen, seine Marktposition gegenüber den Konkurrenten Elitegroup und MSI zu stärken. Die zu Hon Hai Precision Industry gehörende Foxconn Electronics hatte zudem Interesse gezeigt, Gigabyte übernehmen zu wollen.

Für Asus könnte das Joint Venture ein erster Schritt auf dem Weg sein, das Auftragsfertigungsgeschäft auszulagern. Insbesondere im weltweiten Notebook-Markt nimmt der Konzern unter der eigenen Marke eine immer wichtigere Rolle ein. Um Interessenskonflikte mit Kunden wie Apple, Samsung, Sony oder Dell zu vermeiden, könnte Asus die Produktion dieser Notebooks auslagern. Einen vergleichbaren Schritt hatte Acer in der Vergangenheit mit Wistron unternommen. (map)