Universität von Kalifornien verhandelt mit Google über Buchsuche
Falls es zu einer Kooperation kommt, hätte der Suchmaschinenspezialist Zugang zu insgesamt 34 Millionen weiteren Bänden, berichtet die "Los Angeles Times".
Die University of California (UC) will möglicherweise die Bücher ihrer Bibliotheken demnächst von Google digitalisieren und über die Buchsuche recherchierbar machen lassen. Die Los Angeles Times berichtet, die Universitätsleitung verhandele momentan über die Digitalisierung eines Teil des Bestandes mit insgesamt 34 Millionen Bänden in den 100 Bibliotheken der zehn Universitätsstandorte. Beobachter schätzen, dass etwa in einem Monat eine Vereinbarung zwischen Google und der UC geschlossen werden könnte.
Die Universität ist seit vergangenem Jahr bereits Mitglied der Open Content Alliance, die von Microsoft und Yahoo unterstützt wird und wie Google das Ziel verfolgt, nicht nur die Titel, sondern auch den Volltext der Bücher zu indexieren. Die im Oktober 2005 geformte Allianz, die sich im Gegensatz zu Google zunächst auf Bücher beschränken will, die nicht unter ein Copyright fallen, befinde sich aber noch in einer frühen Phase, heißt es in dem Bericht. Die UC wolle der Allianz weiter zugehören, auch wenn es zu einer Kooperation mit Google kommt.
Die Digitalisierung ihrer Bücher in Eigenregie würde die Universität 35 US-Dollar je Buch kosten, rechnet die Los Angeles Times vor. Dazu kommen einige Millionen Dollar an Investitionen für Hardware und Personalkosten. Dieser Aufwand würde durch eine mögliche Kooperation mit Google entfallen. Bei anderen Kooperationen mit Hochschulen ist es üblich, dass der Suchmaschinenhersteller zwei Kopien erstellt und eine der Bibliothek überlässt.
Einige US-Bibliotheken lassen von Google vorerst nur solche Werke scannen, die keinem Copyright unterliegen – anders als die University of Michigan und möglicherweise auch die UC. Eine französische Verlagsgruppe hat Google wegen Urheberrechtsverletzung verklagt, da sich in dem Bestand der Universität auch französische Werke befinden. In den USA klagt die Autorenvereinigung Authors Guild und die Association of American Publishers gegen Googles Buchprojekt, da urheberrechtlich geschützte Werke ohne Erlaubnis gescannt würden. (anw)