Mac-Emulator CherryOS vorerst auf Eis gelegt

Erst verzögerte der Hersteller Maui-X Stream immer wieder die Veröffentlichung, dann verdoppelte er innerhalb kürzester Zeit den Preis seines G4-Emulators -- nun gibt es CherryOS vorerst gar nicht mehr.

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Erst verzögerte der Hersteller Maui-X Stream immer wieder die Veröffentlichung, dann verdoppelte er innerhalb kürzester Zeit den Preis seines G4-Emulators -- nun gibt es CherryOS vorerst gar nicht mehr. Auf der CherryOS-Homepage prangt lediglich die Nachricht "CherryOS is On Hold - until further notice" -- CherryOS ist bis auf Weiteres auf Eis gelegt.

Die Entwickler des ersten, zudem alsOpen Source veröffentlichten PowerPC-Emulators PearPC, der es erlaubt, auf einem x86-System Mac OS X zu emulieren, warfen Maui-X Stream vor, es handele sich bei dem kommerziellen Produkt CherryOS lediglich um eine mit einer grafischen Bedienoberfläche versehene Version ihres PearPC.

Dass CherryOS ohne Vorankündigung von der Website genommen wurde, scheint nun die Vorwürfe zu bestätigen. Allerdings ist bisher unklar, ob gegen Maui-X Stream rechtliche Schritte eingeleitet wurden, ob der Hersteller aufgrund öffentlichen Drucks die Software zurückgezogen hat oder ob es gar völlig andere Gründe für die Nachricht auf der Webseite gibt. Bisher stehen Stellungnahmen des PearPC-Teams wie auch von Maui-X Stream aus. Auch auf direkte Nachfrage der MacWorld hat bisher niemand reagiert.

Für Maui-X Stream könnte es aber noch schlimmer kommen: Inzwischen mehren sich die Hinweise, dass die Firma auch in ihrer Videostreaming-Lösung VX30 auf Open-Source-Software unter GPL zurückgreift, ohne im Gegenzug den Code offen zu legen. So finden sich in den Applikationen VX30Encoder und VX30Live angeblich Hinweise auf Code-Fragmente des MPlayer, MPlayerc, XviD und andere Open-Source-Programme, gegen deren Copyrights Maui-X Stream somit verstoßen würde. Bisher steht auch zu diesen Vorwürfen eine Stellungnahme des Herstellers aus. (Dirk Knop) / (vza)