Stellenabbau bei Nokia Siemens vor allem in Münchner Standorten
Nokia Siemens bezeichnete Deutschland als größten Standort des Unternehmens, der eine Schlüsselfunktion im Konzern einnehme.
Der Stellenabbau beim Telekommunikationskonzern Nokia Siemens in Deutschland trifft vor allem München. Von den insgesamt 2290 Stellen, die in Deutschland abgebaut werden sollten, entfielen 1500 auf die drei Standorte in München sowie 450 auf Berlin, teilte das Unternehmen am heutigen Freitag mit.
Über die Details der Pläne habe man sich zuvor mit Arbeitnehmervertretern geeinigt, erklärte der Netzwerkausrüster, und umfangreiche Maßnahmen beschlossen, um den Personalabbau sozialverträglich umzusetzen. Dazu gehörten etwa die Unterstützung bei der Stellensuche, spezielle Konditionen für Aufhebungsverträge respektive Pläne zur Vermittlung und Qualifizierung sowie Angebote für ältere Arbeitnehmer. Nokia Siemens und die Arbeitnehmervertreter seien sich der "der Bedeutung von Innovationen bewusst und haben verabredet, die Innovationsfähigkeit des Unternehmens im Rahmen einer gemeinsamen Innovationsinitiative zu stärken". Nähere Details zu dieser Initiative wurden bislang nicht mitgeteilt, Nokia Siemens bezeichnete aber Deutschland als größten Standort des Unternehmens, der eine Schlüsselfunktion im Konzern einnehme.
Die Notwendigkeit des Personalabbaus ergebe sich laut Nokia Siemens "aus Überschneidungen in verschiedenen Bereichen und Funktionen des neuen Gemeinschaftsunternehmens, aus Anpassungen im Produktportfolio und Vertrieb sowie aus verschlankten Prozessen", erklärte die Firma zu der Einigung. Bereits einige Wochen nach dem Start hatte Nokia Siemens angekündigt, in Deutschland bis zu 2900 der 13.000 Arbeitsplätze zu streichen. Weltweit sollen 9000 von bisher 60.000 Stellen wegfallen. Das Joint Venture, in dem die Netzwerksparten von Nokia und Siemens Com zusammengelegt wurden, war am 1. April offiziell gestartet. Zuvor war der eigentlich für Jahresanfang geplante Geschäftsbeginn wegen der schwarzen Kassen und Schmiergeldzahlungen bei Siemens verschoben worden, da der Siemens-Skandal vor allem bei Siemens Com tobte. (jk)