Zweite Testversion der Linux-Distribution Fedora 7
Die zweite Vorabversion enthält wieder die Entwickler-Pakete sowie zahlreiche aktualisierte Software. Der Plan für verschiedene Distributionsvarianten und den Veröffentlichungszeitpunkt der finalen Version passten die Entwickler unterdessen an.
Das Fedora-Projekt hat vier Wochen nach der ersten Testversion von Fedora 7 nun die zweite Vorabversion der Linux Distribution freigegeben. Die ursprünglichen Planungen für den Softwareumfang und den Zeitplan für die weitere Entwicklung der Distributionen passten die Entwickler derweil an.
So soll es vor der Fertigstellung statt drei nun vier Testversionen geben, da die Umstellung auf eine neues Build-System und das Zusammenführen der bisher getrennt gewarteten RPM-Depots Fedora Core und Fedora Extras mehr Zeit, als bisher geplant, erfordert. Der geplante Veröffentlichungstermin verschiebt sich so von ursprünglich Ende April auf Ende Mai.
Der Plan, verschiedene Distributionsvarianten, so genannte "Spins" mit unterschiedlicher Softwareausstattung aus dem zusammengelegten Paket-Portfolio, zusammenzustellen, besteht weiter – welche Spins es geben soll, diskutieren die Entwickler allerdings noch. Den ursprünglich geplanten "Server"-Spin soll es wohl nicht geben. Der bei der ersten Testversion von Fedora 7 noch "Desktop" genannte Spin mit GNOME-Desktop firmiert nun als "Classic" oder "Prime" genannter Spin. Er dürfte den Platz als Hauptnachfolger der bisher Fedora Core genannten Distribution einnehmen. Der Prime-Spin ist in der zweiten Vorabversion nur als DVD-ISO-Image erhältlich und im Vergleich zum Test1-Desktop-Spin durch die Aufnahme zahlreicher Entwickler-Pakete im Umfang von zwei auf drei Gigabyte angewachsen.
Ein KDE-Spin ist weiterhin geplant, aber noch nicht erhältlich; ferner planen die Entwickler einen "Everything"-Spin, der alle Pakete des Fedora-Paket-Depots enthalten soll. Andere Zusammenstellungen aus dem Paket-Mix sind prinzipiell denkbar und sollen sich mit dem Programm pungi von Anwendern ohne allzu viel Aufwand auch selbst erstellen lassen. Nicht in einem Spin enthaltene Pakete lassen sich zudem aus dem Paket-Depot nachinstallieren.
Eine Live-CD der zweiten Testversion von Fedora 7 mit GNOME-Desktop bietet das Projekt für i386-Systeme an. Mit ihr lässt sich Fedora auch auf die Festplatte installieren. Dank des Programms pilgrim sollen sich aus dem Paket-Depot auch Live-Medien recht einfach durch Anwender selbst erstellen lassen.
Die zweite Vorabversion setzt nun auf einen Linux-Kernel 2.6.21-rc1, der die High Resolution Timer mit den Dynamic Ticks (dynticks) mitbringt; Letztere können das Auftreten der normalerweise 100- bis 1000-mal/sec feuernden Timer-Interrupts reduzieren. Das soll auf einem unbelasteten System die Leistungsaufnahme reduzieren. Für die zweite Testversion wurde das Feature jedoch vorübergehend deaktiviert, im täglich aktualisierten Entwicklerzweig schalteten die Entwickler die dynticks aber bereits wieder ein.
Als Desktop- und Icon-Theme kommt nun das "Echo" zum Einsatz. GNOME aktualisierten die Entwickler auf einen neuere Vorabversion von 2.18; zudem wurde das Fast User Switching ohne Logout optimiert. Auch die Unterstützung der Virtualisierungslösung KVM (Kernel-based Virtual Machine for Linux) in der Distribution und im Benutzer-Interface Virtual Machine Manager (virt manager) verbesserten die Entwickler. Der in den vorangegangenen Versionen optimierte Paket-Installer Yum kann nun bereits geparste Daten über die verfügbaren Pakete vom Server empfangen und muss vor der RPM-Transaktion nicht mehr die Header der RPM-Pakete herunterladen; beides steigert die Ausführungsgeschwindigkeit merklich.
Der Prime-Spin von Fedora 7 ist für x86-, x64 und PPC-Systeme zum Download erhältlich – etwa über Bittorrent und über viele Mirror-Server. Die dritte Testversion steht in knapp vier Wochen an. (thl)