Matsushita zieht Produktionserweiterung vor

Der japanische Elektronikhersteller Matsushita Electric Industrial zieht Fertigstellung des weltgrößten Plasma-Display-Werks für Flachfernseher um vier Monate auf Juli 2006 vor.

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Der japanische Elektronikhersteller Matsushita Electric Industrial zieht die Fertigstellung des weltgrößten Plasmadisplay-Werks für Flachfernseher um vier Monate auf Juli 2006 vor. Die monatliche Produktionskapazität des Megawerks in Amagasaki bei Osaka soll sich dann auf 250.000 42-Zoll-Displays verdoppeln und Matsushitas Gesamtkapazität auf von derzeit 300.000 auf 425.000 Displays erhöhen.

Mit dem Ausbau der Produktionskapazitäten will der im Ausland unter der Marke Panasonic bekannte Konsumelektronikhersteller den unerwartet starken Boom für Flach-TVs bedienen, sagte am Freitag der Chef der Plasma-Sparte Ken Morita bei der offiziellen Eröffnung der erste Produktionslinie der fünf Fussballfelder großen, 36 Meter hohen Fabrik. "Die Verbreitung hochauflösenden Fernsehens, 2006 die Olympischen Winterspiele sowie die Fußballweltmeisterschaft und 2008 die Olympiade in China werden die Expansion der Großbildfernseher antreiben", sagt Morita.

Matsushita glaubt, dass davon vor allem die Plasma-TVs profitieren werden. Denn die lassen sich auf Grund ihrer technischen Eigenheiten und Konstruktion ab Bilddiagonalen von über 40 Zoll preiswerter als Fernseher mit Flüssigkristallbildschirmen (LCDs) fertigen, auf die Firmen wie Sharp und Sony setzen. Nach der firmeneigenen Prognose soll sich die Plasma-TV-Nachfrage von 5,5 Millionen Stück im laufenden Jahr auf 10 Millionen im Jahr 2006 erhöhen. Bis 2010 malt sich Matsushita einen weiteren Anstieg auf 25 Millionen Einheiten aus. Das entspräche einem Anteil von 14 Prozent an den dann schätzungsweise 180 Millionen global verkauften Fernsehern.

Verglichen mit den vorausgesagten Anteilen von 37 Prozent für LCDs und 49 Prozent für traditionelle Flimmerkisten hört sich das erst einmal wenig an. Aber da die Plasmadisplays sich ausschließlich im oberen Preissegment tummeln, werden sie laut Matsushita rund 40 Prozent des 10.000 Milliarden Yen (70 Milliarden Euro) großen globalen Fernseherumsatzes erzielen. Bereits für das laufende Jahr 2005 rechnet Matushita mit einem Welt-TV-Markt von 6000 Milliarden Yen (42 Milliarden Euro), rund ein Sechstel davon für Plasma-Riesen.

Von diesem Kuchen will sich Matsushita das größte Stück abschneiden. "Wir peilen einen 40-Prozent-Anteil an der weltweiten Plasma-Display-Produktion an", sagte Morita. Schon heute ist Matsushita vor dem südkoreanischen Hersteller Samsung und Philips aus Holland Marktführer bei Plasma-TVs. (Martin Kölling) / (wst)