Time Warner zahlt Ohio 144 Millionen US-Dollar

Im letzten Rechtsstreit um SchadensersatzansprĂĽche im Zusammenhang mit der Fusion mit AOL hat der Konzern nun eine Einigung erzielt.

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Der US-Bundesstaat Ohio hat sich mit Time Warner in einem Rechtsstreit über Schadensersatz für Kursverluste auf eine Zahlung von 144 Millionen US-Dollar (109 Millionen Euro) geeinigt. Der Bundesstaat hatte im Jahr 2003 geklagt, da unter anderem die Pensionsfonds für öffentliche Angestellte Gelder in Aktien des Konzerns angelegt und damit Verluste gemacht hatte. AOL und Time Warner sollen vor ihrer Fusion im Jahr 2001 die Anleger durch falsche Angaben in die Irre geführt, Dokumente gefälscht und dafür gesorgt haben, dass der Aktienkurs künstlich in die Höhe strebt.

Anfang 2001 notierte die Timer-Warner-Aktie noch bei 55 US-Dollar. Anfang August 2002 war sie nur noch etwa ein Fünftel wert. Nun soll der Konzern für die Verluste aufkommen, die durch den Kursverlust entstanden seien, teilt Ohios Generalstaatsanwalt Marc Dann mit. Die Einigung ist vom Volumen her die größte in der Geschichte des Bundesstaats. Er hatte ursprünglich 100 Millionen US-Dollar verlangt, nun aber mehr herausgeschlagen – auch als jene Summe, die herausgekommen wäre, wenn Ohio sich nicht von einem Sammelklageverfahren abgesetzt hätte, sieht Dann die Taktik seines Vorgängers Jim Petro aufgehen.

Das Wall Street Journal nimmt den Ohio-Deal zum Anlass fĂĽr ein Fazit der Rechtsstreitigkeiten im Nachklang der Fusion von 2001. Insgesamt habe der Konzern nach der nun im letzten Fall erfolgten Einigung 3,75 Milliarden US-Dollar aufgewendet, schreibt die Zeitung. Vergangenen Monat hatte Time Warner mit der Lehrerpensionskasse des Bundesstaats Kalifornien eine Einigung ĂĽber 105 Millionen US-Dollar erzielt. (anw)