Embryonenschonende Stammzellgewinnung

Mit einem von Wissenschaftlern des US-Biotech-Unternehmens Advanced Cell Technology entwickelten Verfahrens könnten sich embryonale Stammzellen züchten lassen, ohne Embryos zu töten.

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Ein Wissenschaftler des US-Biotech-Unternehmens Advanced Cell Technology (ACT) hat ein Verfahren entwickelt, mit dessen Hilfe man embryonale Stammzellen züchten könnte, ohne Embryos zu töten. Die Arbeit von Robert Lanza wird heute online vorab im Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlicht. Eine einzige Zelle aus dem Embryo reichte ihm aus, um die verheißungsvollen wie umstrittenen Urzellen zu gewinnen, mit deren Hilfe Wissenschaftler weltweit die Entwicklung von Gewebe und Krankheiten untersuchen und versuchen, künftige Therapien zu entwickeln.

Lanza hat damit im Prinzip ein ethisches Dilemma gelöst, das die Stammzellenforschung bislang gebremst hat, doch dem US-Amerikaner schlägt aus Deutschland allenfalls mäßige Begeisterung entgegen. Hans Schöler etwa, Direktor am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin, findet das Verfahren "höchstens technisch interessant, aber kaum ausreichend, um bei Nature publiziert zu werden". Juristen bezeifeln zudem, dass auf diese Weise gezüchtete Stammzell-Linien den strengen Richtlinien des deutschen Embryonenschutzgesetzes genügen würden.

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