Verdi lehnt Tarifangebot der Telekom ab
3,5 Prozent mehr Lohn hatte der Bonner Konzern geboten, doch bleibt die Gewerkschaft bei ihrer Forderung von 6,5 Prozent. Begleitet wurden die Verhandlungen von Demonstrationen und bundesweiten Streiks.
Die Tarifverhandlungen bei der Telekom stehen jetzt auch für den größten Bereich des Unternehmens vor dem Scheitern. Nachdem das Management bei den Verhandlungen in Düsseldorf am Dienstag für die rund 50.000 Beschäftigten der Telekom Deutschland ein erstes Angebot vorgelegt hatte, wies die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Offerte zurück und brach die Verhandlungen ab.
Die Verhandlungskommission werde der Tarifkommission das Scheitern der Verhandlungen empfehlen, teilte Verdi mit. Die Telekom hatte dem Tarifpartner eine Gehaltsanhebung in zwei Schritten um insgesamt 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von 18 Monaten sowie eine Einmalzahlung von 365 Euro geboten. Verdi fordert Einkommensverbesserungen von 6,5 Prozent.
Begleitet wurde die vierte Tarifrunde erneut von bundesweiten Warnstreiks. Darüber hinaus gingen am Verhandlungsort Düsseldorf nach Angaben von Verdi tausende Beschäftigte der Telekom für höhere Löhne auf die Straße. Verdi-Chef Frank Bsirske sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Die Telekom präsentiert zwei Gesichter – das bringt die Leute auf und geht gegen das Gerechtigkeitsempfinden im Betrieb." Gute Arbeit, gute Leute, gutes Geld – das gehöre zusammen, betonte Bsirske.
In der Tarifrunde 2012 wird bei der Telekom in drei Blöcken verhandelt. Die Gespräche für die Mitarbeiter der Konzernzentrale und die Auszubildenden waren bereits vor gut einer Woche gescheitert. Derzeit laufen Schlichtungsgespräche. Für die Geschäftskundensparte T-Systems ist für die kommende Woche (2. Mai) eine weitere Tarifrunde angesetzt. (axk)