Philips will keine Plasmafernseher mehr verkaufen
Stattdessen will sich der niederländische Konzern auf Schirme mit Flüssigkristalltechnik konzentrieren.
Auf einem Philips Simplicity Event in Hongkong erläuterte Philips CEO Rudy Provoost laut einem Bericht der DigiTimes, das Unternehmen wolle aus dem Plasmageschäft aussteigen und sich stattdessen auf den Verkauf von LCD-TVs konzentrieren. So soll auch der erst Anfang Januar zur CES vorgestellte 63-zöllige Plasmafernseher in China nicht mehr angeboten werden. Nur in Nordamerika und Australien sollen die PDP-TVs im Markt bleiben, was mit den dort üblichen, großen Diagonalen für den heimischen Fernsehtempel zusammenhängen könnte: Plasmaschirme mit Diagonalen über 1,50 m sind noch günstiger als LCD-Schirme gleicher Größe. Laut iSupply wurden im vergangenen Jahr weltweit rund 40 Millionen LCD-TVs und neun Millionen Plasma-TVs verkauft, für dieses Jahr erwartet das Marktforschungsinstituts einen Anstieg auf 60 Millionen respektive 11 Millionen Geräte.
Philips gehört wie Hitachi, LG Electronics, Panasonic und Samsung zu den Unternehmen, die Plasma- und LCD-TVs im Programm haben. Sharp setzt bereits seit geraumer Zeit ausschließlich auf die Flüssigkristalltechnik, Toshiba hatte im vergangenen Jahr eine Fokussierung auf die LCD-Technik angekündigt. Philips ist nach Untersuchungen des Marktforschungsinstituts DisplaySearch die Nummer vier im Plasmageschäft hinter Panasonic, LG und Samsung, bei den LCD-TVs lagen die Niederländer 2006 dagegen mit 13 Prozent Umsatzanteil auf Platz zwei hinter Samsung.
Anders als bei den Plasmageräten kann Philips bei den LCD-Fernsehern derzeit noch auf eine eigene Panelfertigung zugreifen: Plasmaschirme muss das Unternehmen zukaufen, LCD-Panels stellen die Niederländer zusammen mit LG in Korea her. Allerdings will Philips den Geschäftsbereich LCD-Panelfertigung bis Mitte des Jahres aufgeben. Der Ausstieg bei LG.Philips LCD steht in einer Linie mit dem Verkauf der Halbleitersparte und dem Ausstieg bei der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TMSC), den Philips vergangene Woche bekannt gab. CFO (Chief Financial Officer) Pierre-Jean Sivignon sieht diesen als logische Konsequenz aus der Entscheidung des vergangenen Jahres, sich aus dem turbulenten Halbleitergeschäft zurückzuziehen. Stattdessen will das Unternehmen künftig stärker auf die Medizintechnik setzen. (uk)